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Rheinbrücke, Busbahnhof, Dhünnbrücke
2018 - das Jahr der Baustellen in Leverkusen

2018 in Leverkusen: Das Jahr der Baustellen
Der Neubau der Leverkusener Rheinbrücke ist wohl das größte Bauprojekt in diesem Jahr in der Chemiestadt. FOTO: Miserius Uwe
Leverkusen. 2018 könnte für Leverkusen ein Jahr der Baustellen werden. Über die größte und wichtigste, die neue Rheinbrücke, ist viel diskutiert worden, Proteste und Diskussionsstoff wird es auch weiterhin geben. Doch gibt es noch andere Projekte, die in diesem Jahr Aufmerksamkeit verdienen. Von Bernd Bussang und Susanne Genath
  • Die Rheinbrücke

Der Neubau der Leverkusener Rheinbrücke ist wohl das größte Bauprojekt in diesem Jahr in der Chemiestadt. Zwischen dem Kreuz Leverkusen-West und Köln-Niehl wird sie innerhalb der nächsten sieben Jahre ersetzt. Neben der Brücke gehören zu dem ersten 4,5 Kilometer langen Bauabschnitt des A 1-Ausbaus auch der Umbau des Autobahnkreuzes Leverkusen-West und der Ausbau der A1 von derzeit sechs auf künftig acht Fahrspuren.

Spatenstich für die neue Rheinbrücke FOTO: Uwe Miserius

Bereits im Jahr 2020 sollen auf dem ersten Teil der neuen Rheinquerung Autos und vor allem wieder Lastwagen fahren können. Ende 2024 sollen den Verkehrsteilnehmern alle Fahrbeziehungen zur Verfügung stehen. Mit 740 Millionen Euro kalkuliert Straßen NRW die Gesamtkosten für diesen ersten Bauabschnitt.

Der Neubau ist nötig geworden, weil in der Rheinquerung Risse aufgetreten sind. Sie wurden zwar saniert, dennoch muss die Brücke nun täglich auf neue Risse kontrolliert werden. Etwa zehn Mitarbeiter sind damit und der Instandsetzung Tag für Tag beschäftigt. Um das Bauwerk zu schonen, besteht dort Tempo 60, im Schrankenbereich Tempo 40. Außerdem dürfen nur Fahrzeuge die Brücke nutzen, die leichter sind als 3,5 Tonnen.

Vorbereitende Maßnahmen im Bereich des Autobahnkreuzes Leverkusen-West haben schon begonnen. An der A59 entsteht ein neues Regenklärbecken, um für eine saubere Entsorgung des Fahrbahnwassers zu sorgen. Im Moment wartet der Landesbetrieb Straßenbau noch auf das Ergebnis der Kampfmittelsondierung, berichtet Unternehmenssprecher Timo Stoppacher. Liegt die vor und ist der Boden frei von Bomben und Granaten, wird zum ersten Mal auch in die Altablagerung Dhünnaue eingegriffen.

Die Arbeiten am Busbahnhof in Leverkusen-Mitte schreiten voran

Die eigentlichen Arbeiten für die Rheinbrücke starten im Frühjahr 2018. Erste Schritte sind dann die Arbeiten an den Fundamenten der Brückenpfeiler sowie der beiden Widerlager und der linksrheinischen Vorlandbrücke. Für den Autobahnabschnitt zwischen den Kreuzen Leverkusen-West und Leverkusen wird zurzeit eine Machbarkeitsstudie erstellt. Sie soll klären, unter welchen Voraussetzungen für diesen Bereich ein Tunnel möglich ist.

  • Der Busbahnhof

Er nimmt Formen an, der neue Busbahnhof. Die Abbruch- und Tiefbauarbeiten sind weitgehend fertig. Auch die Baustraßen sind erstellt, und die Energieversorgung Leverkusen (EVL) hat die Umlegung von Leitungen weitgehend abgeschlossen. In diesen Tagen beginnen die Arbeiten für einen neuen Abwasser-Sammler.

Probleme bereitet unterdessen die 2000 Quadratmeter große Dachkonstruktion. Offenbar will niemand die anspruchsvolle Konstruktion aus Stahlträgern und einem einer Lkw-Plane ähnlichen Kunststoff-Gewebe bauen, zumindest nicht zu dem von den Technischen Betrieben Leverkusen (TBL) veranschlagten Preis.

Statt das Dach und die darunter geplanten Bereiche wie Aufenthaltsräume und Toiletten als Gesamtprojekt an einen Generalunternehmer zu vergeben, soll es jetzt in verschiedene Einzelaufträge aufgesplittet und entsprechend ausgeschrieben werden. Die TBL hofft, dadurch mehr Bauunternehmen für eine Mitwirkung an dem Projekt interessieren und Bewerbungen einsammeln zu können. Voraussichtlicher Termin für die Fertigstellung des Dachs: erste Jahreshälfte 2019.

  • Dhünnbrücke

An der Bismarckstraße soll im Sommer dieses Jahres die neue Dhünnbrücke fertig werden. "Der Geh- und Radweg unterhalb der Brücke wird voraussichtlich im Frühjahr fertiggestellt und freigegeben", teilen die Technischen Betriebe der Stadt Leverkusen (TBL) mit. Seit Juni 2016 laufen die Arbeiten an dem etwa 2,8 Millionen Euro teuren Bauwerk. Im Sommer 2017 war die erste Brückenhälfte fertig.

Einfacher wäre es gewesen, die Dhünnquerung auf einmal abzureißen und neuzubauen. Doch das war laut TBL nicht möglich. Denn zum einen verläuft über ihr der Verkehr zur BayArena, zum anderen sind an ihr zahlreiche Leitungen befestigt, unter anderem für Gas, Wasser und Strom. Diese Versorgung durfte ebenfalls nicht unterbrochen werden.

  • Europa-Allee

Zurzeit wird in der Bahnstadt Opladen das Baufeld für die neue Europa-Allee freigemacht. Dasselbe steht für die Wohn- und Gewerbeflächen an. "Schrittweise wird das gesamte Gebiet der ehemaligen Gütertrassen von Gleisschotter, alten Baufundamenten und Altlasten befreit, um hier Platz zu schaffen für 400 neue Wohnungen plus der rund 100 geförderten Wohnungen", teilte die Bahnstadtentwicklungsgesellschaft kürzlich mit.

Das hat Konsequenzen für die Parkraumgestaltung. Seit Ende November sind laut Bahnstadt 15 Pkw-Stellplätze an der Bahnhofsbrücke zurückgebaut worden. Auf dem städtischen Parkplatz an der Bahnhofsbrücke bleiben 35 kostenfreie Stellplätze vorerst erhalten. Nördlich der Campusbrücke seien rund 26 Stellplätze weggefallen. 61 Stellplätze stünden an dieser Stelle vorläufig noch zur Verfügung, so die Entwicklungsgesellschaft. In diesen Tagen wird der Parkplatz an der Bahnhofsbrücke (Damm-Lage) komplett gesperrt.

  • City C

City C – das heruntergekommene Einkaufszentrum steht weit oben auf der Agenda von Oberbürgermeister Uwe Richrath. Doch hat sich die Stadtspitze mit dem Projekt bisher schwer getan und sich sogar eine öffentliche Rüge vom Bund der Steuerzahler eingefangen. Der monierte, dass die Verwaltung die stadteigene Parkhausgesellschaft im Stile einer Bad-Bank eingesetzt und für die millionenschweren Entwicklungskosten hatte bluten lassen.

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Auch der scheidende Stadtkämmerer Frank Stein hatte vor den Risiken gewarnt. Der Gemeinnützige Bauverein Opladen (GBO) betreibt nun das Vorhaben federführend, und die Städtische Wohnungsgesellschaft (WGL) hatte signalisiert, als Investor zur Verfügung zu stehen. Nun wird die Offenlegung des Bebauungsplans für die erste Jahreshälfte vorbereitet.

Quelle: RP
 
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