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Leverkusen
Der Kirsch-Miesepeter ist nur 3,5 Millimeter lang

Leverkusen. Die Kirschen in Nachbars Garten und beim Obstbauern nebenan hatten in diesem Jahr gleich mit zwei natürlichen Feinden zu kämpfen: Regen und der kleinen, fiesen Kirschessigfliege. Von Tobias Falke

Wer in diesem Sommer auf Streuobstwiesen auf die Bäume kletterte, um sich ein paar Kirschen direkt vom Ast in den Mund zu gönnen, der wird schnell festgestellt haben, dass dieses Mal die Beute eher mau war. Denn viele Kirschen waren bereits verfault. Schuld war das viele Nass von oben, wie Christa Baumhögger-Meuthen vom gleichnamigen Bauernhof in Leichlingen zu berichten weiß: "Da es dieses Jahr viel regnete, sammelte sich das Wasser in den Kirschen, und eine Pilzinfektion war kaum zu vermeiden."

Anders sei das beim professionellen Betrieb, sagt sie, doch auch der landwirtschaftliche Betrieb hatte ein wenig zu kämpfen: "Die Erntezeit ist zwar gerade zu Ende gegangen. Aber gerade in diesem Jahr war die sogenannte Drosophila suzukii bei den Kirschen am Werk."

Die Kirschessigfliege hätte vielen Bauern die Ernte verdorben. Normalerweise sei die Fliege in Südostasien beheimatet, kam allerdings 2011 nach Deutschland. Neben Kirschen schädigt sie auch Himbeeren, Trauben und Pflaumen. Die gefräßigen Larven zerstören das Fruchtfleisch und machen das Obst somit ungenießbar.

Der kurze Generationszyklus der Kirschessigfliege macht sie zu einem mit heutigen Insektiziden schwer bekämpfbaren Insekt. "Das Problem war, dass wir keinen überaus großen Winter hatten und auch der Sommer bislang sehr bescheiden war", erläutert Christa Baumhögger-Meuthen. Denn die Fliege bevorzugt gemäßigtes Klima. Herrschen Minustemperaturen oder springt die Temperaturanzeige auf über 32 Grad, schränkt sich die Vermehrung der Drosophila suzukii ein. Kurz vor der Ernte befällt die Fliege die gesunden Früchte und macht sich selbst dadurch schwer bekämpfbar, da unmittelbar vor der Ernte kein Insektizid mehr eingesetzt werden kann. Einzig die direkte Hygienemaßnahme ist möglich. Heißt: Befallene Kirschen entfernen - und entsorgen.

Für alle, die gerne Kirschen essen, hat die Bäuerin aber noch einen Tipp parat, damit die Freude an den kleinen roten Früchten ein wenig länger anhält: "Schnell jetzt noch Kirschen kaufen. Durch eine direkte Kühlung auf 1 Grad, können die Kirschen ungefähr noch ein bis zwei Wochen länger haltbar gemacht werden. Deshalb wird man jetzt noch vereinzelt ein paar Kirschen beim Bauern finden können."

Quelle: RP
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