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Leverkusen
Die einstigen "Gärtner ohne Land" feiern die Sommerfrische

Leverkusen. "Als wir anfingen, wurde gewitzelt, wir seien die Kleingärtner ohne Land", erinnert sich Hans-Dieter Gottschlich. Der 68-Jährige war dabei, als sich eine Gruppe von Steinbüchlern vor 29 Jahren auf die Suche nach Land für neue Kleingärten begab. Am Anfang waren es 65 begeisterte Gärtner, doch nur neun verließ nicht der Mut. Rund zehn Jahre brauchten sie, um einen geeigneten Standort zu finden. Ihr Vertrauen zahlte sich aus, als sie im Jahr 1996 die Fläche in der Wasserkuhl kaufen konnten. Von Sidney-Marie Schiefer

Gottschlich pflegt immer noch einen der ersten entstandenen Kleingärten. Mit den Jahren haben sich der Verein und das Gelände weiterentwickelt. Neben jährlichen Gärtnerschulungen fand auch dieses Wochenende wieder ein zweitägiges Sommerfest statt. Dort ist genau so viel Einsatz gefragt, wie in den Anfangsjahren des Vereins.

"Wenn nicht jeder mit anpackt und auch die Familie und Freunde einbindet, könnten wir das Fest vergessen", lobt Meinhard Wegel, der 2. Vorsitzende des Kleingärtnervereins, das Engagement der Mitglieder. So ganz freiwillig verkauft hier aber nicht jeder Würstchen. Wer als Pächter einer Parzelle keine sieben Stunden bei der Organisation des Festes mithilft, muss zahlen. Es fallen 25 Euro pro nicht angetretener Stunde an. Die Meisten machen aber gerne mit. "Es ist schön, alle Gärtner vor Ort anzutreffen", erläutert Andrea Drisch die Notwendigkeit eines Sommerfestes. Sie betreut mit ihrem Mann die Stationen für die Kinder. Werner Drisch mag an seinem Kleingarten besonders die Möglichkeit, sich handwerklich zu betätigen, beim Sommerfest zeigt er den Kindern, wie sie am besten einen Nagel in Holz hämmern.

Aber auch für die Erwachsenen war an diesem Wochenende viel geboten. Neben einem Akkordeonorchester gab es in diesem Jahr Männerballett und auch an weiterer Live-Musik fehlte es nicht. Das ließ sich unter anderem auch Oberbürgermeister Uwe Richrath nicht entgehen. Neben ihm kamen über 300 Gäste zum Sommerfest.

Manche von ihnen hätten wohl gerne selbst einen Kleingarten, doch die Parzellen in der Wasserkuhl sind stark gefragt. Mit 40 Kleingärten gehört die Anlage in Steinbüchel zu einer der Kleineren. Die Warteliste ist dementsprechend lang. Aber der Vorstand schaut nicht einzig und allein darauf wie lange die Personen schon warten. "Am liebsten nehmen wir junge Familien auf", betont Wegel. Allgemein gilt in Steinbüchel: Die Kleingärtner schätzen, jeden der die Gemeinschaft schätzt.

Quelle: RP
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