| 18.07 Uhr

Leverkusen
Express-Radweg bis Ofenverbot

Leverkusen. Die Mitglieder des Bauausschusses diskutierten über: Radweg-Pläne für die Ex-Bahnstrecke „Balkan-Express“, Bebauung Cornelius-Schmidt (Bürrig), Außentische für ein Fischrestaurant und Kaminofenverbot für Meckhofen. Von Ulrich Schütz

Während im Saal nebenan im Schulausschuss die politische Schlacht um die dritte Gesamtschule tobte, lieferten die Bauausschuss-Mitglieder Entscheidungen am laufenden Band und unterschiedlicher Tragweite.

Beispiel Meckhofen: das erneuerte Verbot für Kaminöfen im Bereich Sandberg/Meckhofen. Für den Bezirk, in dem auch Oberbürgermeister Ernst Küchler und SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Walter Mende zuhause sind, hat die Stadt juristische Klarheit geschaffen. Im Wohngebiet und im Kleingartengelände Meckhofen darf kein Holz, keine Kohle, kein Öl als Brennstoff genutzt werden – selbst der offene Kamin im Wohnzimmer ist verboten.

Grund: In Meckhofen identifizierten Fachleute ein für Leverkusen wichtiges Frischluftgebiet, das nicht durch Schadstoffe angereichert werden dürfe (was sich allerdings auch Bewohner von anderen Wohngebieten, in denen Kaminöffen zugelassen sind, wünschen).

In Wiesdorf sorgt die Forderung nach Außengastronomie für das Fischrestaurant an der Hauptstraße (nahe Fußgängerzone) für Diskussion. Die Stadtplaner machen sich Gedanken, wie dies bei nur 2,75 Meter Bürgersteigbreite hinzubekommen ist. Stellt man dort Tische auf, müssten sich die Passanten zwischen Fischrestaurant-Terrasse und vorbeirauschenden Bussen durchschlagen. Auch die Schüler der nahen Grundschule.

Als Politiker und Planer selbst angesichts der Gefahr weiter herumdiskutierten, platzte Dr. Detlef Heintz der Kragen: „Solange ich Leiter der Bauaufsicht bin, genehmige ich da keine Außengastronomie. Dort ist ein Schulweg. Ich möchte nicht vom Staatsanwalt angeklagt werden, weil eine Kind vom Bus angefahren worden ist.“ Damit dürfte das Thema „Umbau der Hauptstraße“ erst einmal vom Beratungstisch sein.

Radwegpläne Bahnlinie Opladen-Burscheid: Die Politiker wollen auf jeden Fall eine Untersuchung. Ein Gutachter soll berechnen, was der Bau des Radweges im Zuge der ehemaligen Bahnlinie kosten könnte. Städtische Experten sehen relativ hohe Folgekosten auf die Stadt zukommen. Es sind im Streckenbereich acht Brücken, mehrere Stützmauern und neue Radweg-Zufahrten zu dem Radfahrgelände zu unterhalten. Allein die Kosten für das Gutachten dürften deutlich über zehntausend Euro liegen, mutmaßt Baudezernent Wolfgang Mues, der jetzt genaue Zahlen ermittelt.

Das Land würde vom Radwegbau in Leverkusen 75 Prozent der Kosten übernehmen. Bislang ist aber das Balkan-Express-Radweg-Projekt nicht Bestandteil der „Alleenradwege auf stillgelegten Bahntrassen“. Im Rahmen dieses Programms sind bisher 500 Kilometer neue Radweg-Strecken ermittelt worden. Dafür hat das Land acht Millionen Euro bereitgestellt.

Quelle: RP
 
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