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Leverkusen
Mit Donnergrollen zum Sonnentempel in Peru

Leverkusen: Mit Donnergrollen zum Sonnentempel in Peru
Die Pfingstkonzerte des Bayer-Blasorchesters sind beliebt. FOTO: umi (Archiv)
Leverkusen. Zu seinem Pfingstkonzert bot das Bayer-Blasorchester eine Reise durch verschiedene Kontinente. Der erwartete Ansturm blieb jedoch aus. Von Monika Klein

Im letzten Jahr war der Besucheransturm so groß, dass man für das jüngste Pfingstkonzert des Bayer-Blasorchesters vorsichtshalber Platzkarten ausgegeben hatte. Dieses Mal blieb das Gedränge allerdings aus. Einige Sitze im Erholungshaus blieben daher leer. Allerdings nur wenige, denn der garantiert schwungvolle Start in den Pfingstmontag ist ausgesprochen beliebt, das Publikum gemischt. Denn der künstlerische Leiter, Pierre Kuijpers, sorgt seit 20 Jahren dafür, dass für jeden Geschmack etwas im Programm ist.

Auch das Konzert zum runden Geburtstag einer wohlklingenden und durchaus anspruchsvollen Zusammenarbeit zeigte wieder das breite Spektrum von Klassik bis Swing, das ein sinfonisches Blasorchester abdecken kann. Dabei wechselte man mühelos von einem Kontinent zum anderen.

Eine alte chinesische Legende von zwei Liebenden, die auf unterschiedlichen Seiten der Milchstraße getrennt leben und sich nur an einem Tag des Jahres bei einer bestimmten Sternenkonstellation begegnen dürfen, inspirierte den japanischen Komponisten Itako Sakai zu seiner Komposition "The seventh Night of July". Sie klingt allerdings wenig asiatisch, verbindet dafür aber viele verschiedene Effekte und vor allem strahlenden Blechsound.

Der angekündigte Solist, den alle erwarteten, hatte weder verschlafen noch stand er im Stau. Unerkannt saß Koen Cuijpers im Orchester und unterstützte die Klarinetten-Kollegen als Ensemble-Musiker, bevor er sich im zweiten Teil als virtuoser Solist outete. Als Höhepunkt vor dem swingenden Orchester-Finale mit Erinnerungen an Benny Goodman war auf jeden Fall der angemessene Platz.

Stattdessen setzte man im ersten Teil die Reisetätigkeit fort. Etwa zum Sonnentempel in Peru, wo die Comic-Helden Tim und Struppi mit List und Tücke ihren gefangenen Freund Professor Bienlein befreien. Mit heftigem Donnergrollen startet diese bildhafte Musik mit großer Dramatik, unheimlichen Momenten und Aufregung vor einer beeindruckenden Kulisse vermittelt. Nicht der aktuelle Film, sondern das Musical von 2001 standen Pate für die Komposition von Dirk Brosse in einem Arrangement für Blasorchester.

Rebecca van Koert, bis vor kurzem noch aktives Orchestermitglied, moderierte die Veranstaltung. Mit Informationen zur Entstehung, beziehungsweise den Geschichten hinter der Musik gab sie entscheidende Hinweise. Denn wer mehr weiß, der hört bekanntlich mehr.

Das traf auch auf die Tageswanderung durch den Schwarzwald zu, den Markus Götz mit dem Titel "Silva Nigra" geschrieben hat. Ein klingendes Landschaftsgemälde mit dichtem sinfonischem Sound, Kuckucksrufen und einer Ruhepause im Kloster, zu der die Bläser ihre Instrumente absetzen und stattdessen die eigenen Stimmen erklingen ließen. Ein Abstecher in die (sehr gepflegte) U-Musik bereicherte den Vormittag um weitere Farben wie brasilianische Rhythmik und Ragtime-Anklänge beim "Cake Walk".

Quelle: RP
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