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Leverkusen
Schloss-Sommer mit Musik für die Seele

Leverkusen: Schloss-Sommer mit Musik für die Seele
Die Gruppe "Roye Ma" begeisterte die Besucher bei ihrem Open-Air-Konzert vor dem Morsbroicher Schloss. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Zum Morsbroicher Sommer gab es sanfte Töne, die einfühlsam und lebendig sind, die die Stille zwischen Orient und Okzident durchdringen, virtuos die klassische Tradition mit der Moderne verbinden. Von Gabi Knops-Feiler

Das alles bietet die Musik des türkisch-kurdisch-deutschen Quintetts "Roye Ma", das am Samstag von der Kulturstadt Lev eingeladen war, in der Reihe "Global Sounds" zu spielen. 150 Zuhörer saßen dabei im Schlosspark und lauschten der Musik. Übersetzt heißt "Roye Ma" so viel wie "Unsere Seele". Die Gruppe - dazu gehören Koray Berat Sari (Gitarre), Orkun Agir (Balama), Thomas Kolarczyk (Kontrabass), Emrah Ouztürk (Flöte) und Eren Yildirim (Percussion) - möchte denn auch Nahrung für die Seele bieten.

Vor drei Jahren hat sich die Gruppe gegründet, erzählt Koray Sari, der Gitarrist, der mit Flötenspieler Emrah Ouztürk als Duo angefangen hatte. Inzwischen sind die Freunde so gefragt, dass sie von ihrer Musik leben können. "Wir spielen das, was uns gefällt und am Herzen liegt", sagt Sari. Das sind teils selbst komponierte Liebeslieder, aber auch Weisen aus Armenien, Kurdistan und Tanzlieder aus der Türkei.

Jeder aus dem Ensemble beherrscht mehrere Blas- und Zupfinstrumente. Kory Sari, der in Monheim geborene Sohn türkischer Eltern, studierte klassische Musik. Orkun Agir hat Musik in Rotterdam und Thomas Kolarczyk Jazz in Berlin studiert. Nur Perkussionist Eren Yildirim hatte sich zunächst dem Maschinenbau verschrieben. "Ich liebe diese Klänge sehr", sagt Mutter Canan Sari. Sie hat ebenso wie ihr jüngerer Sohn Safah beim Konzert zugehört.

Der 22-jährige Safah darf immer dann einspringen, wenn der Perkussionist ausfällt. Ohnehin regiert die Musik bei Familie Sari, auch der Vater unterrichtet als Lehrer an der Musikschule Monheim.

"Danke für den wundervollen Abend", verabschiedete sich ein Mann nach dem Konzert mit zwei Zugaben. "Es war so schön, ich war zeitweise zu Tränen gerührt", war Zuhörerin Arzu Toker begeistert. "Die jungen Leute haben mit ihrer Musik eine neue Art von Integration geschaffen", sagte die in der Türkei geborene Kölnerin.

"Es ist schön, wenn ein Konzert so gut läuft", strahlt Koray Sari und gesteht: "Heute war eines der besten Konzerte, das wir bis jetzt gespielt haben. Das Interesse der Zuhörer, das Wetter, das Ambiente - alles passte und war stimmig", freute er sich gemeinsam mit seinen Kollegen im Ensemble.

Quelle: RP
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