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Lokalsport
Boualis Verletzung überschattet Sieg des LTV

Leichlingen. Nach zwei überstandenen Kreuzbandrissen stand Marcus Bouali erstmals in der Startformation des Handball-Drittligisten. Einige Sekunden und einen Zusammenprall später droht die nächste längere Pause. Von Jim Decker

Marcus Bouali hatte "richtig Bock auf Handball". Nach mehr als einem Jahr Verletzungspause stand der Rückraumspieler, der bis dahin noch kein Pflichtspiel für den Leichlinger TV absolviert hatte, wieder in der Startformation - und musste nach wenigen Sekunden wieder vom Feld. Beim 29:33 (15:18)-Auswärtssieg des LTV gegen den TSV GWD Minden II stieß Bouali gleich zu Beginn der Partie so heftig mit einem Gegenspieler zusammen, dass für ihn sofort wieder Schluss war.

"Er war jetzt gerade mal einen Tag lang gesundgeschrieben", klagte Pirates-Trainer Frank Lorenzet und fügte an: "Das tut mir natürlich besonders leid." Es war ein äußerst schmerzhafter Zwischenfall: Bei der Kollision bohrte sich ein Schneidezahn in Boualis Oberlippe. Die Wunde musste noch vor Ort doppelt genäht werden. Jetzt droht dem 24-Jährigen erneut eine wochenlange Ausfallzeit.

Bouali ist momentan also der Pechvogel schlechthin beim LTV. Zuletzt hatte ihn ein Kreuzbandriss, erlitten in einem Vorbereitungsspiel der vergangenen Saison, monatelang aus der Bahn geworfen. "Es ist schwer, so lange zu warten", sagte er noch vor einigen Tagen mit einer Vorfreude auf sein Comeback. Die Ärzte hatten Bouali indes nur zögerlich wieder in die Mannschaft gelassen. "Sie wollten erstmal sehen, wie ich mich im Training mache", erklärte der Rekonvaleszent. Seine Leistungen im Training waren aber offenbar so positiv, dass Lorenzet seinen Spieler direkt in die Anfangsformation beorderte.

Die erneute Verletzung des Linkshänders wird mit Blick auf die Zeit vor dessen Wechsel nach Leichlingen noch tragischer. Als Bouali im Sommer 2016 vom Neusser HV in die Blütenstadt kam, hatte er sich gerade von einem ersten Kreuzbandriss erholt. Auch deshalb blieben die Verantwortlichen vor seiner erneuten Rückkehr vorsichtig und ließen sich Zeit. Ein Risiko wollte angesichts der Vorgeschichte niemand eingehen. Der schmerzhafte Zusammenprall vom vergangenen Wochenende wirft den Handballer nun erneut zurück.

Der Sieg über die Mindener Reserve hatte für die Leichlinger Handballer daher mehr als nur einen faden Beigeschmack, auch wenn Lorenzet klar stellt: "Das war ein wichtiger und verdienter Sieg." Für Bouali brachte er Routinier David Kreckler, der später mit zwölf Treffern großen Anteil am Punktgewinn haben sollte.

Der kam auch deshalb zustande, weil die Chancenverwertung im Vergleich zur Heimniederlage gegen Krefeld (25:30) nun wieder deutlich besser war. "Das war keine Leistung, bei der ich vor Glück schreie", sagte Lorenzet, lobte aber: "Es war schon ordentlich."

Pluspunkte sammelte neben Kreckler auch Torhüter-Oldie Carsten Mundhenk. Er ersetzte früh seinen jüngeren Kollegen Mathis Stecken und machte seine Sache im Anschluss mit zahlreichen gehaltenen Bällen gut. "Da sieht man, wofür wir ihn geholt haben", sagte Lorenzet zufrieden, der jetzt allerdings mehr Konstanz von seinen Spielern fordert: "Wir müssen sehen, dass wir jetzt vielleicht mal eine Serie starten."

LTV Stecken, Mundhenk - Rachow, Munkel (2), Lange (3), Hansen (6), Novickis (2), Feuchtmann, Bouali, M. Schulz (4), Hertlein (3), Menzlaff, L. Schulz (1), Kreckler (12/3).

Quelle: RP
 
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