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Elfen unterliegen dem Meister nur knapp

Handball: Elfen unterliegen dem Meister nur knapp
Aus voller Kehle: An Einsatz ließ es Trainerin Renate Wolf wie gewohnt nicht mangeln. FOTO: Miserius (Archiv)
Leverkusen. Bayers Handballerinnen lieferten dem Thüringer HC beim 25:29 (13:15) eine packende Partie. Morgen erwartet das Team von Trainerin Renate Wolf in Buxtehude wieder ein Duell mit einem Titelkandidaten. Von Tobias Krell

Seit Mittwochabend haben Bayers Handballerinnen und deren Trainer-Managerin Renate Wolf einen besonderen Fan. Denn mit dem knappen Erfolg in der Smidt-Arena (aus Elfen-Sicht 25:29) hofft Herbert Müller umso mehr darauf, dass die Leverkusenerinnen am Samstag in der Halle Nord bei Primus Buxtehuder SV punkten. Dass für einige Tage ausgerechnet der Coach des Titelverteidigers Thüringer HC die Daumen drückt, ist vor allem deshalb nicht ohne eine pikante Note, weil er und Wolf einst aneinandergeraten waren, als die Leverkusenerin sich vor einigen Jahren offen über die Neureichen und deren aus ihrer Sicht anstößiges Finanzgebahren ausgelassen hatte.

Doch Animositäten waren bei allem Ehrgeiz nicht zu spüren beim packenden Duell der Elfen gegen den haushohen Favoriten, dessen Überlegenheit sich vor allem anhand zweier Personalien offenbarte. Das Fehlen von zwei Nationalspielerinnen lässt sich selbstverständlich bestens kompensieren, wenn Keeperin Jana Krause durch die junge Dinah Eckerle gleichwertig vertreten wird und als sehr prominenter Ersatz für die ebenfalls verletzte Nadja Nadgornaja eine Spielerin wie Franziska Mietzner zur Verfügung steht, die sich mit sieben Treffern als beste Schützin der Gäste hervortat. Da nutzte es auch nichts, dass auf Leverkusener Seite Pia Adams die in personeller Zwangslage gewachsene Einsatzzeit immer besser nutzt und "mehr und mehr zu einer echter Alternative" (Wolf) wird. Die geringere Leistungsdichte von der Bank, die ein oder andere Schludrigkeit beim aufopferungsvollen Kampf und eine verlorene Überzahl waren schließlich die ausschlaggebenden Momente in einer Partie, die Bayer über die volle Distanz offen gestaltete.

Die starke Vorstellung dürfte auch Buxtehude als nächstem Gegner (Samstag, 16 Uhr) nicht verborgen geblieben sein. Für das inzwischen fünfte Aufeinandertreffen beider Teams in dieser Spielzeit wird es schwer, den Kontrahenten mit überraschenden Elementen auf dem falschen Fuß zu erwischen. "Aber Dirk Leun ist ein alter Fuchs", rechnet sie mit taktischen Kniffen des BSV-Coaches. Aber wer sie kennt, weiß, dass auch die erfahrene Leverkusenerin durchaus mit einem ausgeklügelten Plan in solche Begegnungen auf gehobenem Niveau geht.

Nachdem die Elfen Buxtehude bislang nur daheim (Remis in der Liga, Hinspielsieg im EHF-Cup) erfolgreich begegneten, wollen sie nun auch auswärts beim Favoriten bestehen, der in seiner Halle Nord mit bislang zwei Siegen bereits die europäischen wie nationalen Pokalträume der Leverkusenerinnen beendet hat. "Wir sind wieder krasser Außenseiter", betont Wolf, was trotz (noch) positiver Gesamtbilanz (siehe Info-Kasten) gegen den BSV keineswegs den Tatbestand der Tiefstapelei erfüllt.

Gleichwohl hat der Auftritt gegen den THC die Hoffnung geschürt, dass auch in Buxtehude etwas möglich sein dürfte. Eingeplant sind Punkte sicher nicht. Gebrauchen könnten die Elfen sie jedoch sehr wohl, sind sie nach der Niederlage am Wochenende doch sogar auf Rang sieben abgerutscht, weil das nun punktgleiche Blomberg dank besserer Tordifferenz vorbeigezogen ist. Einen Überraschungssieg der Leverkusenerinnen wünscht sich wie erwähnt auch Herbert Müller, obwohl dessen Wünsche Wolf mit Sicherheit reichlich egal sind.

Quelle: RP
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