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RTHC-Rezept: Rohdiamanten und viel Erfahrung

Lokalsport: RTHC-Rezept: Rohdiamanten und viel Erfahrung
FOTO: Miserius Uwe
Leverkusen. Mit einem Sieg in Essen steigen die Hockeyspielerinnen in die 2. Bundesliga auf. Von Tobias Knüfermann

Genau 377 Tage ist es am Sonntag her, dass es auf dem Kunstrasen am Essener Baldeneysee für einige Sekunden ganz still wurde. Die Hockeyspielerinnen des RTHC Leverkusen hatten ihr letztes Saisonspiel in der Regionalliga gegen ETuF Essen zwar mit 4:1 gewonnen, dennoch ist der 14. Juni 2015 als große Enttäuschung fest in ihren Köpfen abgelegt.

Nach 14 Spielen und 980 Minuten fehlte am Saisonende die Winzigkeit von einem Tor zum Aufstieg in die zweite Bundesliga.

Heute bekommt die Mannschaft ihre nächste Möglichkeit. Die Voraussetzungen ähneln sich. Gleiche Uhrzeit, gleicher Ort. Erneut gibt es einen Showdown im Finale. Wieder hat Leverkusen beste Chancen - mit einem feinen Unterschied. Der RTHC kann die Zweitliga-Rückkehr diesmal aus eigener Kraft schaffen. Das war 2015 nicht so, als man vergeblich auf einen Patzer des Club Raffelberg hoffte.

Leverkusens Trainer Volker Fried, Olympiasieger und bis vor einigen Jahren deutscher Rekordnationalspieler, geht das Finale mit einem Großteil des Kaders aus dem Vorjahr an, der im Laufe des Jahres enorme Verstärkung bekam. Besonders viel Spaß hat der Coach mit den vielen jungen Spielerinnen im Kader. "Wir haben in dieser Saison eine sehr gute Mischung von erfahrenen Spielerinnen und Talenten. Besonders die Mädels der Jahrgänge 1998 und 1999 machen Mut für die Zukunft. Da ist wirklich der eine oder andere scharfgeschliffene Rohdiamant dabei", erklärt Fried, der mit Madita Tautz, Anna Mielke und den Zwillings-Schwestern Ella und Lotte Hartke vier Spielerinnen des Jahrgangs 1999 in den Kader integrierte und teils zu Stammspielerinnen machte. Weil auch Anne Rings, Nora Sonneborn, Ulrike Meyer-Lindemann, Ronja Mittmann und Luise Seekamp ebenfalls noch nicht 20 Jahre alt sind, gehört der Leverkusener Kader zu den Jüngsten der Liga.

Aber Fried setzt nicht nur auf die Jugend. Vor allem in der Defensive und im Mittelfeld hat der Trainer ein gutes und erfahrenes Grundgerüst, auf das er sich verlassen kann. "Unsere Abwehr wird angeführt von Spielführerin Dana Wagner, dazu sind auch Franzi Unzeitig und Fiona Schwarzer auf den Außenbahnen feste Größen. Im Mittelfeld habe ich mit Lea Wolff, Eva Lehmann, Lisa Schumacher und USA-Rückkehrerin Sina Lampe wichtige Säulen. Vorne ist Torjägerin Serafina Pütz, die wie im Vorjahr wieder zweistellig getroffen hat, nicht zu ersetzen. Dazu kommt unsere neue Keeperin Jule Hänel, die voll eingeschlagen ist."

Dass sich in den bisherigen 13 Saisonspielen zwölf verschiedene Spielerinnen in die Torschützenliste eingetragen haben, spricht für die Ausgeglichenheit des Teams vom Kurtekotten.

Das sieht auch Fried so: "Wir haben ein gutes Miteinander und stehen viel im Austausch. Das ist eine unserer großen Stärken, die uns auch am Sonntag helfen wird."

Der gleichen Meinung ist Spielführerin Dana Wagner: "Wir haben uns zuletzt von Partie zu Partie gesteigert. Die Stimmung ist ziemlich gut, wir haben richtig Bock auf das Finale."

Die Erinnerungen ans Vorjahr lassen sich nicht ausblenden, sind im Team aber kein großes Thema, findet Wagner: "Natürlich ist die Ausgangslage ähnlich. Aber letztlich ist sie auch ganz anders, weil wir alles selbst in der Hand haben und nicht auf die anderen Mannschaften schauen müssen. Wenn wir unsere Leistung auf die Platte bringen, sehe ich uns stärker als unseren Gegner."

Männer können Zweiter werden

Die Oberligaherren des RTHC Leverkusen absolvieren morgen ihr letztes Saisonspiel vor der Sommerpause. Um 17 Uhr geht es am heimischen Kurtekotten gegen die zweite Mannschaft des Crefelder HTC. Viel Brisanz birgt die Partie nicht, für beide Teams ist der Zug nach oben und unten längst abgefahren.

Immerhin gibt es noch das lohnende Ziel Platz zwei. Dafür muss das Team von Trainer Sebastian Folkers Krefeld schlagen, zudem darf Marienburg nicht beim Meister Aachen gewinnen.

Quelle: RP
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