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Ehrensache Ii
Großes Konzert bringt große Spende

Leverkusen. "Flüchtlinge bringen uns dazu, dass wir Nachbarschaft ganz neu entdecken", sagt Pfarrer Jürgen Dreyer. Anlässlich der Spendenübergabe vom Friedenskonzert für die Flüchtlingsarbeit in der evangelischen Gemeinde Schlebusch (wir berichteten) betonte Dreyer, wie wichtig die Arbeit mit Flüchtlingen ist. "Man braucht einen sehr langen Atem für die Integration von Flüchtlingen. Man muss klug und gut vernetzt sein, um erfolgreich mit Aktivitäten zu starten." Für ihn war es "wie an Heiligabend, so voll war es", als er die Gemeinde zum runden Tisch einlud, um darüber zu debattieren, wie die Gemeinde Flüchtlinge unterstützen könne. Mittlerweile gibt es etwa ehrenamtliche Lehrerinnen, die im Gemeindehaus den Flüchtlingen Deutschunterricht geben.

Dabei werden die Kinder auch betreut. "Heutzutage ist man in Deutschland ohne Bildung verloren", erläuterte er, "in Zeiten von Stahl und Kohle kamen die Arbeiter auch aus vielen Ländern, aber nur um zu arbeiten, heute geht das nicht mehr". Begegnung und Bildung seien nun die Hauptziele. Deshalb sei er froh, dass es zum ersten Mal in Leverkusen ein Friedenskonzert nicht nur für, sondern auch mit Flüchtlingen gab. "Denn schließlich verbindet Musik Welten und Menschen", ergänzt Stefan Esser vom Jungen Theater Leverkusen (JTL), der die Idee des Konzerts mit dem Vorsitzenden des JTL, Michael Schmidt, hatte. Sechs von zehn Final-Teilnehmern eines Komponisten-Wettbewerbs spielten Stücke aller Musikrichtungen. Auch die Blue Mountain Singers waren vertreten. 400 Besucher hörten zu und spendeten. 2500 Euro kamen zusammen. "Die Sanierung der Friedenskirche hat sehr viel Geld gekostet. Wir waren so lange nur mit uns selbst beschäftigt. Daher freue ich mich, dass wir nun die Augen für andere Menschen öffnen können", sagte Dreyer. Mit dem Geld soll die Bildung der Flüchtlinge gefördert, mit dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Ausflüge organisiert werden, etwa einen Besuch im Bundestag. "Wir möchten den Menschen zeigen, wie und was Deutschland ist", betonte Dreyer zum Abschluss.

(fal)
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