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Leverkusen
Streit um Sportboot-Raser in Wiesdorf

Leverkusen: Streit um Sportboot-Raser in Wiesdorf
Die Luftaufnahme macht das Problem des Vereins deutlich: Die Öffnung zum Fluss hin ist gewaltig - Sportbootfahrer, die nicht vom Gas gehen, können hier erhebliche Schäden anrichten. 38 Liegeplätze gibt es im Wiesdorfer Hafen, 34 davon sind nach Auskunft des Hafenmeisters zur Zeit belegt. Jeder einzelne bietet einen wunderschönen Blick auf den Rhein. FOTO: Motorsport Club
Leverkusen. Jetski und andere Flitzer mit starken Motoren haben im Bootshafen mehrfach Schäden verursacht. Nun sollen Raser angezeigt werden. Von Peter Clement

Wann immer Johannes Mießeler ein Motorboot hört, das im hohen Drehzahlbereich auf dem Rhein an der Einfahrt seines kleinen Hafens vorbeibrettert, stellen sich ihm sämtliche Nackenhaare auf. Denn dann kann sich der Hafenmeister des Motor-Yacht-Clubs Leverkusen "Tonne 701" sicher sein: "Gleich wird es wieder ungemütlich."

Kurz darauf klatschen kleine, aber äußerst unangenehme Wellen an die Außenseiten der 34 Boote, die im kleinen, idyllischen Hafen unterhalb der A1-Brücke ihren Liegeplatz haben. Und es wird schnell deutlich, dass die Raserei entlang der Hafeneinfahrt kein Kavaliersdelikt ist, sondern gefährlich.

Seit Anfang des Jahres ist Mießeler Hafenmeister - und seitdem hat er bereits mehrfach erlebt, "dass Seile durch den Wellenschlag gerissen sind und Boote beschädigt wurden". Vor allem die Yachten aus so genanntem GFK (Glasfaserverstärkter Kunststoff) müssten aufwändig repariert werden, sagt der Hafenmeister.

Auf der Internet-Homepage des Vereins hat er jetzt einen Aufruf gestartet. Dort ist zu lesen: "An alle Sportboot-Fahrer! Es wäre doch schön, wenn ihr bei uns mal von Gas geht. Denn wir sind ein Hafen, wo Sog und Wellenschlag zu unterlassen ist. Ihr wollt ja auch bei euch im Hafen ruhig liegen." Ein deutlicher Appell.

Der 53-Jährige hat bereits ein paar Sportboot-Fahrer ausgemacht, die tatsächlich auf seine Bitte hin reagiert haben und jetzt immer vom Gas gehen. Auch die Wasserschutzpolizei nehme jedes Mal Rücksicht auf die Hafeneinfahrt, "aber die große Mehrheit brettert einfach weiter", sagt er. Die Öffnung zum Rhein hin ist eigentlich ein Plus für den Verein, der seinen Namen dem Flusskilometer verdankt, an dem er zu finden ist: nämlich 701, unmittelbar am Neulandpark .

"Wir können hier wunderschöne Sonnenuntergänge genießen und auf den Rhein blicken, sind aber durch die offene Lage auch sehr anfällig für Wellenschlag", erläutert Johannes Mießeler. Mehrfach haben sich der Verein bereits an das Wasser- und Schifffahrtsamt in Köln gewandt, um eine Warn-Beschilderung rund um die Einfahrt zu erreichen, bisher sei dies jedoch stets vergeblich gewesen. Bei der Behörde war gestern Nachmittag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Weil alles andere bisher nicht fruchtete, wollen die Wiesdorfer Bootsbesitzer jetzt andere Saiten aufziehen: "Aufgrund der diversen Sachschäden, werden wir jetzt die Bootsnummer der Raser notieren und diese dann bei der Wasserschutzpolizei zur Anzeige bringen", kündigt Mießeler an. Der Hafenmeister ist traurig: "wenn alle ein bisschen mehr aufeinander achten und Rücksicht nehmen würden", sagt er, "müssten wir jetzt nicht zu so einer Maßnahme greifen."

Quelle: RP
 
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