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Leverkusen
Tödlicher Unfall: DLRG warnt Badegäste

Badeunfall im Leverkusener Silbersee
Badeunfall im Leverkusener Silbersee FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Wer in Seen schwimmen will, läuft den Rettern zufolge Gefahr, sich zu überschätzen. Dies zeige der Unfall im Silbersee. Von Peter Korn und Verena Patel

Der 20-Jährige, der vorgestern nach mehr als einer Stunde unter Wasser aus dem Silbersee geborgen worden war, ist in der Nacht zu gestern im Krankenhaus gestorben. Die Ärzte versuchten vergeblich, das Leben des jungen Mannes zu retten, wie eine Polizeisprecherin berichtete. Zeugen hatten am Donnerstagnachmittag beobachtet, dass der 20-Jährige beim Schwimmen unterging und riefen die Feuerwehr. Die Rettungskräfte suchten den See mit Tauchern, Booten und einem Hubschrauber ab. Erst nach mehr als einer Stunde fanden Taucher den Vermissten und bargen ihn vom 15 Meter tiefen Grund des Sees. Notärzte begannen sofort mit der Reanimation, die auch im Krankenhaus fortgeführt wurde.

Nach Auskunft von Carina Koch, NRW-Landessprecherin der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), hatte der 20-Jährige keine Chance. Bereits in den ersten Minuten unter Wasser entstünden meist schwere Hirnschäden - eine Stunde überlebe niemand.

Gerade an Gewässern wie dem Silbersee, die nicht überwacht sind und wo das Baden nur in einem kleinen Bereich erlaubt ist, sei es im übrigen hoch riskant, weiter hinaus zu schwimmen, wie es der 20-Jährige offenbar getan hatte. "In solchen Seen wird die Temperatur von einem Bereich zum anderen oft schlagartig kalt", warnte Koch. Es habe schon seinen Grund, wenn Teile eines solchen Sees gesperrt seien. Unterdessen stellten sich manche gestern die Frage, ob der Silbersee nicht sogar ganz gesperrt werden sollte.

29-Jähriger stirbt bei Badeunfall in Emmerich FOTO: Privat

Die Leverkusener Stadtverwaltung appelliert dagegen zunächst einmal an die Vernunft jedes einzelnen. Die Badestelle am Großen Silbersee besage zwar, dass ein gefahrloser Einstieg möglich sei; gleichzeitig sei aber eine Badeaufsicht wie etwa in einem Freibad nicht vorgeschrieben und auch nicht eingerichtet, erläuterte eine Sprecherin: " Das Baden geschieht dort grundsätzlich auf eigene Gefahr."

Nadine Flöper und andere ehrenamtliche Rettungsschwimmer der DLRG waren gestern am Hitdorfer Badesee unterwegs und sind es auch heute wieder. Die Sprecherin des Leverkusener Bezirks-Verbandes mahnt jedoch auch an diesem Gewässer zur Vorsicht: "Ein See ist nun mal kein Freibad. Erstes ganz besonders wichtig, seine Kräfte richtig einzuschätzen", sagt Flöper. Wer sich etwa bei diesen enormen Außentemperaturen intensiv sonne und dann das immer noch vergleichsweise kalte Wasser des Sees springe, riskiere einen Kreislaufkollaps bis hin zum Herzinfarkt.

Auch andere Faktoren, die typisch für einen See sind, können für Badegäste im Zweifel gefährlich werden. So komme es nicht selten vor, dass Leute sich in Ufernähe in Pflanzen unter Wasser verhedderten und in Panik gerieten. Die DLRG-Expertin rät: " In einem solchen Fall wenn möglich ruhig bleiben und versuchen, auf dem Rücken zu schwimmen."

Das sei im übrigen auch angeraten, wenn man doch zu weit rausgeschwommen ist und merkt, dass die Kräfte schwinden. Zuvor müsse man jedoch laut rufen, winken und die anderen auf die Notlage aufmerksam machen.

Mit dem Leverkusener Todesfall steigt die Zahl der Badeunfall-Opfer in NRW in diesem Sommer auf vier.

Quelle: RP
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