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Leverkusen
Verabschiedung von Michael Kristahn

Leverkusen. Der evangelische Kirchenmusiker an der Wiesdorfer Christuskirche geht in den Ruhestand. Von Monika Klein

An diesem Sonntagmorgen wird Michael Kristahn im Gottesdienst zum letzten Mal auf seinem angestammten Platz an der Orgel der Wiesdorfer Christuskirche sitzen. Ab nächste Woche ist er in Rheindorf ganz normales Gemeindemitglied. Der Kirchenmusiker, der vor zwölf Jahren aus der holsteinischen Heide nach Leverkusen kam, wird im Hauptgottesdienst mit Pfarrer Dr. Detlev Prößdorf in den Ruhestand verabschiedet.

Die gesetzliche Altersgrenze hat er mit 65,5 Jahren erreicht. Tatsächlich fühlt er sich jünger und hätte sich die Arbeit noch eine Weile zugetraut. Andererseits ist er froh, dass demnächst der Druck wegfällt und dass er etwas mehr Zeit für die Gesundheit aufwenden kann als bisher. Was er sich für den Ruhestand vorgenommen hat, wo doch seine Frau noch einige Jahre arbeiten muss? "Musikmachen natürlich!" Das wird er allerdings weder in seiner alten Gemeinde noch mit den bisherigen Gruppen tun. Er macht einen klaren Schnitt, denn: "Ich will meinem Nachfolger nicht ins Gehege kommen." Der ist schon gewählt, kann aber wegen Vertragsbindung erst am 1. Mai beginnen.

Was er am meisten vermissen wird, sei der Gospelchor, den er seit 2008 in der Gemeinde aufgebaut hat und der zu einer singstarken Mannschaft mit 60 Stimmen angewachsen ist. Das sei sein erfolgreichstes Projekt in den zwölf Leverkusener Jahren gewesen, sagt der Musiker aus dem Badischen, der 25 Jahre seines Berufslebens im Norden (Bremen und Heide) verbrachte. Sein anderes Lieblingskind sind die Freitagsmusiken, bei denen er sich - ohne liturgische Zwänge - als Musiker verwirklichen konnte. Seit Anfang 2014 finden die wöchentlich, mit Ausnahme der Ferien, statt. Heute um 17.30 Uhr findet das 86. und letzte Konzert der Reihe mit Michael Kristahn statt. Nach einer gewissen Anlaufphase kommen im Schnitt 30 bis 40 Besucher, sagt er. Viele verbinden den Einkauf mit einem ruhigen, musikalischen Start ins Wochenende.

Vermissen werde er die Chorkinder, die neben der Gospelwerkstatt zur Verabschiedung singen. Begleitet von der Combo, die Kristahn seit 2007 aufgebaut und bei vielen Veranstaltungen, sowie im Gottesdienst eingesetzt hat. Er rief die Chornacht ins Leben, die immer Ende Januar stattfindet und Chöre unterschiedlicher Couleur zusammenbringt. Kürzlich fand die 11. Veranstaltung statt. Dass er die Chance hatte, in seiner Amtszeit die Orgelrenovierung begleiten und beeinflussen zu können, empfindet Kristahn als Glück. Die Leitung der Stadtkantorei, die er 2004 als einzige bestehende Gruppe übernommen hat, übergab er vor einigen Jahre an Hans-André Stamm. Was er am wenigsten vermissen wird: "Schulgottesdienste um acht Uhr morgens".

Quelle: RP
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