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Leverkusen
Wenn im Rathaus die Aufzüge streiken

Leverkusen: Wenn im Rathaus die Aufzüge streiken
Vom dritten in den vierten Stock zu Bürgerbüro und Standesamt ging es bis gestern Mittag nur zu Fuß. Ein Problem für Eltern mit Kinderwagen und älteren Menschen mit Rollator. FOTO: Heinz-Friedrich Hoffmann
Leverkusen. Ein Stromausfall hatte beide Aufzüge im Rathaus lahm gelegt. Der Defekt konnte erst gestern Mittag behoben werden. Bis dahin wurden Bürger über Umwege zu den Ämtern im vierten und fünften Stock geführt - die letzte Treppe zu Fuß. Von Susanne Genath

"Aufzug defekt" steht auf einem DIN-A-4-Blatt gleich neben dem Aufzugsknopf. Trotzdem drückt ein Rathausbesucher ungeduldig mehrfach darauf und schaut genervt auf die Stockwerksanzeige - die nichts anzeigt. "Der Aufzug ist defekt", erklärt ihm Jonas Göddertz aus zwei Metern Entfernung. Er ist Auszubildender bei der Stadtverwaltung und jetzt zur Empfangstheke abgeordnet - "weil die Leute all die Schilder, die wir an den Türen und Aufzügen aufgehängt haben, nicht lesen", sagt Stadtmitarbeiterin Ivonne Ostrowski, die neben Göddertz den Bürgern den Weg weist. Der Stromausfall am Donnerstag hatte die Steuergeräte der zwei Aufzüge hoch ins Bürgerbüro und zum Oberbürgermeister beschädigt. Sie waren erst gestern Mittag wieder funktionsbereit.

Der Weg zu Bürgerbüro und Standesamt, die sich im vierten Stock in dem Rathaus-Komplex befinden, ist für Ortsfremde nicht leicht zu finden. "Man kann die Treppe rechts neben dem Eingang nehmen", berichtet Göddertz. Alternativ stehen die Aufzüge in der Rathaus-Galerie zur Verfügung. Sie führen aber nur bis in den dritten Stock. Dann geht es über das Parkdeck zum Rathauszugang. Die letzten Treppen zur vierten und fünften Etage müssen dann doch zu Fuß bewältigt werden.

"Ist eigentlich kein Problem", sagt eine junge Braut, die sich mit der gesamten Hochzeitsgesellschaft über das Parkdeck schlängelt. Ein Kinderwagen wird gemeinschaftlich hinauf zum Standesamt getragen. Ein leerer Buggy steht schon neben der Treppe. Offensichtlich hatte das Elternteil keine kräftigen Helfer gefunden.

Ein anderes Elternpaar kommt über das Treppenhaus im dritten Stock an. Sie haben Kind und Wagen alle Etagen hochgetragen. "Wir wussten nicht, wo es zum Aufzug geht", sagen sie. Auch Ruza Rieger hat mit ihrer Tochter alle vier Stockwerke hinauf ins europameisterlich geschmückte Bürgerbüro zu Fuß genommen - schon zum zweiten Mal innerhalb einer Stunde. "Die Beschilderung ist nicht gut", findet sie. "Und ich hätte gedacht, die Aufzüge wären schneller repariert."

Zu dem Stromausfall war es gekommen, weil Bombensucher am Donnerstagmittag bei Bodensondierungen nahe der Küppersteger Straße ein Kabel beschädigt hatten. Im Vorfeld der Kanalbauarbeiten Alte Landstraße muss der Boden auf mögliche Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht werden. Durch den Kabelschaden waren Teile von Wiesdorf, Manfort, Rheindorf, Bürrig und Küppersteg ohne Strom und rund 50 Trafo-Stationen im Stadtgebiet betroffen.

Die Ersatzteile für die beschädigten Steuergeräte der Rathaus-Aufzüge habe man sofort bestellt, teilte Stadtsprecherin Heike Fritsch mit. Sie seien gestern geliefert und eingebaut worden. Gegen 12.30 Uhr liefen die Aufzüge wieder.

"Ich sitze seit fünf Jahren hier am Empfang", sagt Ivonne Ostrowski. "Dass ein Aufzug ausfällt, kommt ab und zu vor. Aber gleich beide, das hatte ich noch nicht."

Ein Video gibt es im Internet unter www.rp-online.de/leverkusen

Quelle: RP
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