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Leverkusen
Wie bewegen sich die Leverkusener fort?

Nachhaltige Mobilität: Die 16 Bundesländer im Ranking
Nachhaltige Mobilität: Die 16 Bundesländer im Ranking FOTO: dpa, Boris Roessler
Leverkusen. Die Stadt startet nächste Woche eine Umfrage zur Mobilität. 5200 zufällig ausgewählte Bürger erhalten Post. Von Susanne Genath

Mit welchen Verkehrsmitteln erreichen die Leverkusener ihren Arbeitsplatz? Wie kommen die Kinder in ihre Schulen? Welche Verkehrsmittel werden zum Einkaufen genutzt? Wie wird das Bus- und Bahnangebot bewertet? Und wie groß ist das Interesse an neuen Mobilitätsangeboten wie Fahrradverleihsystemen und Carsharing? Antworten auf diese Fragen soll eine repräsentative Haushaltsbefragung bringen, die am Dienstag, 19. April, startet.

"Die autogerechte Stadt stößt an ihre Grenzen", sagt Christian Syring, Leiter des städtischen Fachbereichs Tiefbau. Das Verkehrsaufkommen könne bald nicht mehr bewältigt werden. "Wir müssen weg vom Auto hin zu umweltfreundlichen Verkehrssystemen." Zu diesem Zweck sei die Stadt dabei, ein Mobilitätsmanagement zu entwickeln. "Durch die Befragung wollen wir herausfinden, wie sich Leverkusen fortbewegt."

5200 Haushalte erhalten daher die nächsten Tage und Wochen Post von der Stadt. Die Adressaten wurden aus der Einwohnerkartei zufällig ausgewählt und erhalten jeder einen Haushaltsfragebogen, einen Personenfragebogen sowie ein Wegeprotokoll, in dem die zurückgelegten Wege an einem Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag dokumentiert werden. Zu beantworten sind Fragen wie "Steht Ihnen persönlich ein Pkw zur Verfügung", "Besitzen Sie eine Zeitkarte für Busse und Bahnen?", "In welchem Stadtteil von Leverkusen wohnen Sie?" und "Wie groß ist die Entfernung von Ihrer Wohnung zur nächstgelegenen Haltestelle?" Die letzte Befragung stamme aus dem Jahr 1999. "Das ist lange her", sagt Syring. Die neue Untersuchung koste 30.000 bis 40.000 Euro, werde aber gefördert.

Der Datenschutz sei berücksichtigt, versichert Dr. Michael Frehn, Geschäftsführer des Dortmunder Büros Planersocietät, das die Befragung im Auftrag der Stadt durchführt. "Alles ist zufällig ausgewählt." Die Daten würden anonymisiert verarbeitet und anschließend vernichtet. Die Antworten ließen keine Rückschlüsse auf die Absender zu.

Die Stadt hofft, dass sich möglichst viele der Angeschriebenen beteiligen. "Nur so können die zukünftigen Planungen näher an den Bedürfnissen und Ansprüchen der Leverkusener Bevölkerung ausgerichtet werden", sagt Planungsdezernentin Andrea Deppe. Das gehe allerdings nicht von heute auf morgen. "Es wird ein langwieriger Prozess, in dem wir alle überlegen müssen, ob wir für bestimmte Wege wirklich das Auto brauchen oder nicht besser das Fahrrad oder den Bus nehmen." Gegebenenfalls müssten Straßen umgebaut werden, um dem Bus- und Radverkehr mehr Platz zu bieten. Auch Väter und Mütter seien in der Pflicht. "Durch das ständige ,Elterntaxi' werden Kinder zum Nichtstun erzogen", sagt Syring. "Dabei verunglücken die meisten Kinder nicht auf dem Fußweg, sondern im Auto."

Die Befragung erfolgt vom 19. April bis zum 12. Mai. Im September sollen die Auswertungen fertig sein und den Ausschüssen des Stadtrates vorgelegt werden. Danach sind Workshops mit dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) sowie dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) geplant.

Alle angeschriebenen Teilnehmer - Bürger mit Erst- oder Zweitwohnsitz in Leverkusen - können sich wahlweise online, telefonisch oder postalisch beteiligen. Ihnen entstehen hierbei keine Kosten. Man habe sich bewusst dagegen entschieden, eine offene Befragung zu machen, bei der sich jeder, der Lust habe, beteiligen könne. "Dann machen nämlich nur diejenigen mit, die ein Interesse verfolgen", erklärt Frehn. Durch die zufällige Auswahl stelle man sicher, dass die Untersuchung repräsentativ sei.

"Ich bin gespannt, wie sich die Verkehrsmittelwahl in den letzten Jahren verändert hat", sagt Syring. Bei der Umfrage aus dem Jahr 1999 legten die Leverkusener ihre Wege zu 63 Prozent mit dem Auto, zu 16 Prozent zu Fuß, zu zwölf Prozent mit dem Fahrrad und zu neun Prozent mit Bus und Bahn zurück. Eine kürzliche Erhebung in Borken habe ergeben, dass schon 20 Prozent der dortigen Haushalte E-Bikes haben.

Weitere Infos: www.lev-mobil.de

Quelle: RP
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