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Meerbusch
A57 wird sechsspurig - jetzt liegen die Pläne aus

Meerbusch: A57 wird sechsspurig - jetzt liegen die Pläne aus
Blick von der Brücke der Bösinghovener Straße auf die A57. Links ist der Rastplatz Geismühle zu sehen. Das Brückenbauwerk muss im Zuge des Ausbaus abgerissen werden. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Das letzte noch vierspurige Teilstück der A57 auf Meerbuscher Stadtgebiet soll ab 2017 sechsstreifig werden — und besseren Lärmschutz erhalten. Ab sofort liegen die Pläne für den Ausbau aus, Bürger können Einwendungen erheben Von Martin Röse

Gut 100 000 Autos quälen sich jeden Werktag über die vier Fahrspuren der vor 43 Jahren gebauten Autobahn A57 nördlich des Autobahnkreuzes Meerbusch. Das sind deutlich mehr, als eine vierspurige Autobahn eigentlich fassen kann.

"In der Regel sind vierstreifige Autobahnen für 70 000 bis 80 000 Fahrzeuge gebaut", erklärt Michael Kaufmann, Projektleiter Planung von Straßen.NRW. Ein Verkehrsgutachten des Landesbetriebs geht davon aus, dass in fünf Jahren 112 700 Fahrzeuge werktäglich über die A57 rollen werden. Deshalb erhielt die Behörde vor elf Jahren den Planungsauftrag für den sechsstreifigen Ausbau.

Nach Voruntersuchungen, Vorplanung, Entwurfsplanung und Vorbereitung der Planfeststellung ist Straßen.NRW jetzt nur noch zwei Schritte vom Baubeginn entfernt: Mit der Offenlage der Pläne - sie umfassen vier Aktenordner - hat das Planfeststellungsverfahren begonnen, es folgen der Ausführungsentwurf und der Bau. Bürger können bis 26. Juni gegen die Ausbaupläne Einwendungen erheben.

Das größte Stück des geplanten, Ausbauabschnitts befindet sich auf Meerbuscher Stadtgebiet: Die 2,3 Kilometer lange Strecke reicht vom Autobahnkreuz Meerbusch an Bösinghoven vorbei bis zur Stadtgrenze nach Krefeld. Rund 20 Millionen Euro sollen laut Kostenschätzung dafür investiert werden. Ausgebaut werden soll aber auch auf Krefelder Stadtgebiet, und zwar zunächst bis zur Anschlussstelle Oppum. Insgesamt soll ein Teilstück von 4,1 Kilometern sechsstreifig werden.

Der Lärmschutz für die Anwohner - aktuell gibt es eine sieben Meter hohe Wall-Wand-Kombination - soll mit dem Ausbau verbessert werden. "Wir setzen so genannten Flüsterasphalt ein. Dadurch sinkt die Lärmemission schon einmal um fünf Dezibel", erklärt Kaufmann. Ist der Asphalt ganz frisch verlegt, werden es sogar acht Dezibel sein. Allerdings setzen sich die offenen Poren des Flüsterasphalts im Laufe der Jahre zu, so dass die lärmschluckende Wirkung abnimmt. "Die Unterhaltungsintervalle sind mit zehn Jahren halb so lang wie bei herkömmlichen Gussasphalt", sagt Athanasios Mpasios, Leiter der zuständigen Projektgruppe. "Allerdings verpflichten wir uns, die Lärmminderung um fünf Dezibel stets aufrecht zu erhalten."

Die bestehenden Lärmschutzwände werden laut Plan abgerissen und durch höhere, "hoch Schall absorbierende" ersetzt. "Bösinghoven soll künftig durch neun Meter hohe Lärmschutzwände besser geschützt werden", berichtet Kaufmann. So kommt der Lärm erst entfernter als bisher zu Gehör. Trotz des Ausbaus auf sechs Fahrstreifen rückt die Lärmschutzwand nicht näher an Bösinghoven heran. Dort, wo zurzeit der Wall ist, wird künftig der neue Standstreifen verlaufen. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat für die neuen Lärmschutzwände einen Gestaltungswettbewerb vorgesehen, an dem sich auch Bürger beteiligen können.

Auf der östlichen Seite der Autobahn muss Straßen.NRW Grundstücke aus Privatbesitz erwerben. "Es geht dabei um einen zwei bis vier Meter breiten Streifen neben der Autobahn", erklärt Kaufmann. Dabei handelt es sich um Grundstücke in der Gemarkung Ossum-Bösinghoven, Flur 1, 2, 3 und 4. Die Besitzer sollen entschädigt werden; verweigern sie den Verkauf, kann ihnen ein Enteignungsverfahren drohen.

Wenn es nicht zu Klagen gegen die Ausbauplanung kommt und auch das Bundesverkehrsministerium die eingeplanten Gelder bereitstellt, könnte bereits im übernächsten Jahr mit dem sechsstreifigen Ausbau begonnen werden. In Meerbusch soll er symmetrisch verlaufen: in jede Fahrtrichtung wird an die beiden Fahrspuren eine dritte angebaut. Auf Krefelder Gebiet wird die A57 an manchen Stellen verschwenkt. "So rücken wir weiter von der Wohnbebauung weg", erläutert Mpasios.

Zwei Hindernisse stehen dem Ausbau entgegen: Brücken. "Keine Änderungen brauchen wir beim Autobahnkreuz Meerbusch vornehmen", sagt Kaufmann. Aber die Brückenbauten Am Weilerhof und Bösinghovener Straße müssen abgerissen und neu gebaut werden. Die Bösinghovener Straße soll künftig um den auf der Ostseite deutlich vergrößerten Rastplatz Geismühle herumführen; ein Kreisverkehr soll dann nach Bösinghoven hineinführen.

Die Pläne für den Ausbau der Raststätte sind nahezu fertig; Straßen.NRW will noch in diesem Jahr das Planfeststellungsverfahren für das 22-Millionen-Euro-Projekt beantragen. Die wichtigsten Details der Planung: Das Restaurant wird auf die Ostseite der Autobahn verlegt; dort wird auch ein großer Lkw-Parkplatz eingerichtet. Er soll 154 Lastwagen und fünf Busse aufnehmen können. Aktuell finden regulär 43 Lkw auf dem Gelände Platz. Häufig stehen dort aber mehr, parken in der Ein- oder Ausfahrt. Auch die Zahl der Pkw-Parkplätze soll steigen: von aktuell 111 auf 177.

Quelle: RP
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