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Meerbusch
Eine unvergessliche Reise nach Nepal

Meerbusch. Birgit Schniewind, Ingrid Kuntze, Christa Grauting und die Fotografin Inken Kuntze haben von ihrer Reise in eines der ärmsten Länder der Welt das "Nepal-Virus" mitgebracht. "Diese Region und seine Menschen lassen einen nicht mehr los." Um Trekkingtouren ging es den Osteratherinnen bei der von der Kaarster Nepal-Initiative (KNI) ausgearbeiteten und von Vorstandsmitglied Reiner Strauss begleiteten Reise im Frühjahr 2016 allerdings nicht. Von Monika Götz

"Ich wollte die KNI-Projekte und die Menschen, die dort arbeiten, kennenlernen", erklärt Birgit Schniewind, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Osterath. Sie wollte Eindrücke sammeln, auch religiöse: "Die Nepaleser leben ihren Glauben mit großer Selbstverständlichkeit. Das ist toll." Aber Birgit Schniewind hat auch ihre eigene Religion schätzen gelernt: "Die Gläubigen in Nepal rufen die Götter, in dem sie an einem der Heiligtümer eine Glocke ziehen. Wir aber haben Glück - unser Gott ist immer da."

Obwohl Christa Grauting Nepal bereits zum dritten Mal besuchte, löste das Eintauchen in die fremde Welt jetzt große Betroffenheit aus. Die enormen Schäden, die das Erdbeben im Frühjahr 2015 verursacht hat, seien entsetzlich: "Es tat weh, die zerstörten, notdürftig abgestützten Gebäude und die Menschen nur mit einem Zeltdach über dem Kopf zu sehen." Christa Grauting weiß, dass die vielen internationalen Besucher vor allem in Kathmandu wegen der chaotischen Verkehrsverhältnisse "die Antennen ständig auf Empfang haben müssen". Allerdings öffnet sich den Reisenden während der Bus-Fahrt auf einem Sandweg nach Shyauli Bazaar eine komplett andere Welt.

Hier, wo die KNI wie an anderen Orten zahlreiche Projekte unterstützt, fällt das "Namaste" als Willkommensgruß in nepalesischer Gastfreundlichkeit noch herzlicher aus als gewohnt. "Wir waren Special Guests", freut sich Ingrid Kuntze. Schließlich stand die Eröffnung eines Kulturzentrums an, in dem es in dermännlich dominierten Gesellschaft einen Rückzugsort ausschließlich für Frauen geben soll. "Das war ein großes Fest für das kleine Dorf." Denn die Sehnsucht nach Bildung und kulturellem Leben bleibt groß.

Als Beispiel dafür, wie Bildung ermöglicht werden kann, gilt der Weg von Deepak Gurung (31). Er musste als Siebenjähriger seine Heimat Shyauli Bazaar verlassen, um in dem von der KNI initiierten Boardinghouse in Kathmandu zu lernen. Heute ist er Projektleiter der Kaarster Initiative. "Hilfe zur Selbsthilfe in Form von sozialen Hilfsprojekten ist besonders wichtig", erklärt Ingrid Kuntze. Die Osteratherinnen, haben von ihrer Reise nicht nur Handarbeiten, Schals und Pullis mitgebracht. "Ich versuche, mich im Alltag an die Gelassenheit zu erinnern, die ich in Nepal gelernt habe. Das ist ein Geschenk", findet Birgit Schniewind.

Wer mehr über die Arbeit der KNI und die Erlebnisse der Frauen erfahren möchte, kann am Sonntag, 4. Dezember, zum Stand der Initiative auf dem Osterather Nikolausmarkt kommen. Hier werden zudem Spenden für die Projekte der Initiative gesammelt.

Quelle: RP
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