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Wie Geht's, Meerbusch?
Fluglärm - wie sehr ärgert er die Meerbuscher wirklich?

Meerbusch. Stell Dir vor, der Flughafen informiert, und kaum einer geht hin. Warum mancher Meerbuscher Fluglärmgegner eine Chance verpasst hat.

Man staunte schon, als der Flughafen Düsseldorf vor wenigen Tagen in Meerbusch seine Pläne zur Kapazitätserweiterung erläuterte. Nur rund 75 Besucher wohnten der Präsentation der Pläne durch den Düsseldorfer Flughafenchef Ludger Dohm bei. Rechnet man hier noch die Vertreter des Flughafens und der Stadt Meerbusch raus, dann kommt man auf vielleicht 50 Bürger, denen das Thema so sehr auf den Nägeln - besser: Ohren - brennt, dass sie sich öffentlich informieren wollten. Unweigerlich stellt sich die Frage: Wie stark ist die Bewegung "Bürger gegen Fluglärm" in Meerbusch wirklich? 6000 Mitglieder soll das Bündnis insgesamt haben. Und dann schafft es nicht einmal ein Prozent der Mitglieder, dieses doch so wichtige Thema vor Ort zu verfolgen? Schwach!

Wir haben in den vergangenen Wochen immer wieder über Fluglärm berichtet und sind auf verschiedenen Kanälen von Lesern kontaktiert worden. Auffällig: Ein nicht unerheblicher Teil der Beiträge folgte der Logik, dass, wer an einem Flughafen wohnt, eben auch mit Fluglärm rechnen müsse. Es sind ganz offensichtlich alteingesessene Büdericher, die da schreiben. Der Lärm sei schon immer so gewesen, das müsse man hinnehmen, wird da kritisiert. Diese Argumentation klingt fast putzig: Lärm als spezielle Büdericher Problematik, die man als echter Büdericher irgendwann zu dulden bereit sein müsse.

Um es klar aufzuschreiben: Lärm macht krank, das ist hinreichend wissenschaftlich bewiesen. Deshalb ist es gut, dass Initiativen wie die "Bürger gegen Fluglärm" Rechte einfordern. Es fehlen aber auch der stärksten Initiative die Argumente, wenn sich die Bürger kaum beteiligen, wenn sie zwar brav ihren Mitgliedsbeitrag zahlen, irgendwie auch dagegen sind, aber sich inhaltlich nicht mit der Thematik auseinander zu setzen gewillt sind.

Was die Büdericher wohl am meisten stört, sind die Nachtflüge. Die, so argumentiert der Flughafen, würden weniger werden, wenn mit der Kapazitätserweiterung eine zweite Start- und Landebahn flexibler genutzt werden kann. Man kann dieser Begründung folgen, man kann sie auch anzweifeln. Man sollte sich aber als interessierter Bürger gegen Fluglärm zumindest einmal damit auseinander gesetzt haben. Beim Info-Abend des Flughafens gab es diese Chance. Einige haben sie vielleicht verpasst.

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Quelle: RP
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