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Meerbusch
Getanzte deutsch-französische Freundschaft

Frankreichtag: Getanzte deutsch-französische Freundschaft
Ein Blickfang beim Frankreichfest: Nur leicht heben die Tänzer die Füße vom Boden. Die weiße Haube der Frauen "coiffe" fällt verschieden hoch aus. Die Männer tragen weite Hosen, die am Kniebund überfallen. FOTO: Bernd Schaller
Meerbusch. 49 Gäste aus Fouesnant blieben das Wochenende bei ihren langjährigen Freunden in Meerbusch. Gemeinsam feierten alle beim 15. Frankreich-Fest in Düsseldorf. Es gab bretonische Tänze, süße Crêpes und fruchtigen Cidre Von Maike Billen

Küsschen links, Küsschen rechts. Zwar diskret an der Wange vorbei, doch ungewohnt unbefangen grüßt Nolwenn Quiniou. Nebenbei richtet die Tänzerin von "Bagad Bro Foën" den traditionellen Kopfschmuck "coiffe". Die Gruppe bereitet sich auf den Auftritt beim 15. Düsseldorfer Frankreichfest vor, um bretonische Musik und keltische Tänze zu zeigen. Auch Meerbuschs Partnerstadt Fouesnant wirkt mit. "Prêt", sagt Yannick Tabore. Fast fertig. Nun, die Männer sind startklar und warten. Die Kostümierung der Frauen ist aufwendiger. Tabore: "Wir sind stolz, unsere Kultur zu repräsentieren." Kurze Zeit später ziehen "Bagad Bro Foën" zum Innenhof des Rathauses. Dort bietet der Veranstalter des Festes, die Destination Düsseldorf, ein buntes Bühnenprogramm an beiden Tagen an.

Alan, Gaëlle und Thomas gehören zu den jüngsten Musikern (v. l. vorne); Antoine Gérard leitet die Musikgruppe. FOTO: Schaller,Bernd (bs)

Schwungvoll erklingen die Töne des Dudelsacks, wie eine Kombination aus Tröte und Flöte ist die Bombarde zu vernehmen. Dumpf oder klackernd geben die Trommelschläge den Takt an. Antoine Gérard wippt mit den Füßen. Per Handzeichen zählt er 1,2... Es ist eine besondere Art zu dirigieren: "Wir machen eben Tanzmusik", erklärt Gérard. "Bagad Bro Foën" setzt sich aus Musikern und Tänzern der Bretonischen Riviera zusammen, die sieben Kommunen umfasst: Bénodet, Clohars-Fouesnant, Fouesnant, Gouesnach, La Forêt-Fouesnant, Pleuven, Saint-Évarzec. Alan und Thomas spielen Bombarde. Die 13-Jährigen erklären, dass man heftig pusten müsse. Eine Trommel hängt um die Schultern von Gaëlle (14). Zur Tracht darf sie eine Kappe mit "Micky Mouse"-Motiv tragen. Die Weste ist schwarz, eine Seite vom Kragen mit bunten Stickereien verziert. Die Kostüme der Tänzer unterscheiden sich nach den Epochen, die sie dokumentieren: je älter, desto pompöser. Die weiße Haube ist bei einigen Frauen hoch aufgetürmt, bei anderen schlicht. Viele Männer tragen weite Hosen, die am Kniebund überfallen.

Ohne diese Helfer ginge nichts: Norbert Vogt, Gabi Pricken, Oliver Keymis, Louise Thierry und Elisabeth Ligen (v.r.) FOTO: Schaller,Bernd (bs)

Die Sonne knallt auf den Burgplatz. Gabi Pricken, Vorsitzende des Partnerschaftskomitee in Meerbusch, sieht gehetzt, aber glücklich aus. 49 Franzosen musste sie bei Gastfamilien für das Wochenende beherbergen. Françoise Guiberteau verteilt Teig mit einem Holzrechen auf der Crêpière. Mit einer Gelassenheit, die ansteckend ist, reicht sie den Crêpe: "Bon appétit." Ihr Gastgeber in Meerbusch, Norbert Vogt, verkauft Apfelsaft aus Landeleau und Cidre aus Fouesnant. Oliver Keymis, Vizepräsident des NRW-Landtages und Mitglied der deutsch-französischen Parlamentariergruppe, nahm Thierry und Louise Michelle auf: "Die Städtepartnerschaft ist wichtiger denn je", sagt der Meerbuscher. "Die deutsch-französische Achse ist tragend für Europa, die auch von unten durch Freundschaften wächst." Der Stand war während des Frankreich-Festes - vor allem am heißen Samstag - von hunderten Besuchern immer dicht umlagert, und auch Meerbuschs Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage stattete den Deutschen und Franzosen am Samstag einen Besuch ab.

Das Frankreichfest 2015 in Düsseldorf FOTO: Schaller,Bernd
Quelle: RP
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