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50.000 USB-Sticks bestellt
Meerbuscher Firma Opfer von Hackern

S+P Werbeartikel aus Meerbusch Opfer von Hackern
Sind auf 50.000 USB-Sticks sitzengeblieben: Daniel Meffert (l.) und Carsten Lenz sind einem Internet-Betrüger aufgesessen, der sie fast in die Insolvenz getrieben hätte. FOTO: Falk Janning
Meerbusch. Daniel Meffert und Carsten Lenz aus dem Meerbuscher Stadttteil Lank hätten fast Insolvenz anmelden müssen. Bislang unbekannte Täter haben sich die Identität eines Firmenpartners gestohlen und 50.000 USB-Sticks bestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.  Von Anke Kronemeyer

Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei sind sich sicher: "Das werden langwierige Ermittlungen", so Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. Aber: Die Ermittlungen laufen auf Basis eines Rechtshilfeabkommens, vor allem im afrikanischen Togo, aber auch in Frankreich. Ursprung der juristischen Recherche ist die Strafanzeige eines mittelständischen Unternehmens mit Sitz in Lank. Dort hat die Firma S+P Werbeartikel seit 1988 ihren Sitz, seit zwei Jahren arbeiten Daniel Meffert und Carsten Lenz dort mit vier Mitarbeitern zusammen. Ihr Jahresumsatz liegt im einstelligen Millionenbereich. "Aber dieser Auftrag hätte uns beinahe in die Insolvenz getrieben", so Meffert.

Die Anfrage im Herbst klang ganz normal: Es ging um 20.000 USB-Sticks mit jeweils acht Gigabyte Speicherkapazität, den ein Mitarbeiter einer französischen Firma bei Meffert bestellte. Genau solche Sachen macht die Firma: Werbeartikel, bedruckt oder nicht bedruckt, produzieren und ausliefern lassen. Hier ging es um Sticks ohne ein Firmenlogo.

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"Alle Papiere, alle Formulare waren aus unserer Sicht in Ordnung", sagt Meffert. Er versicherte sich auch noch mal bei der Deutschland-Repräsentantin der französischen Firma, ob der Auftraggeber seriös sei. "Alles in Ordnung, das ist ein netter Kerl", hieß es. Da wusste noch niemand, dass nicht der "nette Kerl" Absender und Auftraggeber war, sondern ein Krimineller, der die Identität des Franzosen gestohlen hatte. Meffert, Sohn einer Französin, hatte keine Probleme mit der Kommunikation. Er bestellte die Sticks bei der chinesischen Produktionsfirma und organisierte den Transport - wie vom "Kunden" gewünscht - nach Togo in Afrika. Alle Papiere wurden vorher auch noch mal von einer Kreditversicherung gegengecheckt. "Es gab keine Beanstandungen." Darum freuten sich Meffert und Lenz auch, als der "Kunde" weitere USB-Sticks bestellte. Dieses Mal 30.000 Stück, die in den Senegal gehen sollten. Auch die wurden bestellt.

"Wir haben ein richtiges Dokument mit Unterschrift und Stempel bekommen." Jeder Stick kostet ungefähr drei Euro, mittlerweile hatte der Auftrag ein Volumen von 170.000 Euro inklusive aller Fracht- und Zollgebühren. Als die Ware dann auf dem Weg war, schickte Meffert die Rechnung raus. Einmal per Mail an den vermeintlichen Franzosen, einmal - "und genau das war unser Glück" - an die richtige Firma in Frankreich, mit der S+P schon häufiger Geschäfte gemacht hatte. Und genau die meldete sich dann in Lank und fragte nur: "Sie schicken uns eine Rechnung? Aber wir haben doch gar nichts in Auftrag gegeben."

Parallel zu dem Telefonat überprüft Meffert, wo seine Ladung mit den Stickern sich gerade aufhält. "Der Flieger nach Togo hatte in der Minute abgehoben." Die Lieferung für den Senegal legte einen Stopp in Frankfurt ein. Die Übergabe dieser Ware konnte gestoppt werden. Die andere Lieferung für Togo wurde nach Deutschland zurückbeordert.

Anzeige wegen Betrugs

Meffert und Lenz erstatteten daraufhin bei der Meerbuscher Polizei Anzeige wegen Betrugs. Seitdem ermittelt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft in diesem Fall von Internet-Kriminalität. Der den beiden fast die Geschäftsgrundlage geraubt hätte. "Wenn unser Partner in China nicht so nett wäre und die USB-Sticks bislang noch nicht in Rechnung gestellt hätte, wären wir pleite gegangen", geben die beiden unumwunden zu. Jetzt lagern die Sticks im Schwarzwald und warten auf neue Besitzer. "Wir bieten die Sticks ab einem 100-Paket gerade für einen guten Preis ab 3,80 Euro an", sagt Meffert. 20.000 Stück seien bereits von Stammkunden seiner Firma gekauft worden, 30.000 Sticks sind noch zu haben. "Wir hoffen, dass wir die im nächsten Jahr gut verkaufen können."

Sein Verdacht: Der vermeintliche Kunde aus Frankreich hätte die Sticks komplett in Afrika für vermutlich 250.000 Euro verkauft. Dass er von dem Geld nicht einen Cent gesehen hätte, steht für ihn mittlerweile fest.

Quelle: RP
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