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Kanu
Beste und Loos paddeln Richtung EM

Hilden. Die beiden Canadier-Spezialisten des KC Hilden wollen auch in diesem Jahr wieder den Sprung ins Nationalteam schaffen und international starten. An den nächsten beiden Wochenende stehen die Qualifikationsrennen an. Von Birgit Sicker

Der Saisonauftakt verlief für Florian Beste und Sören Loos nach Maß. Im ersten Wettkampf in Markkleeberg zeigte das Erfolgsduo des KC Hilden, dass es über den Winter nichts verlernt hat. Es stellte sein Können im Canadier gegen hochrangige Konkurrenz, zu der mehrfache Olympiasieger und Medaillengewinner bei Welt- und Europameisterschaften zählten, unter Beweis. Die beiden Aushängeschilder des KCH feierten im Zweier-Canadier in der offenen Herren-Leistungsklasse den Sieg. Im Weltranglistenrennen bekamen allerdings andere Sportler den Vorzug - die besten drei Boote qualifizierten sich für die Europameisterschaft.

Im Zweier-Canadier treten die beiden Hildener also nicht bei der EM an, aber im Einer-Canadier wollen sie ihre Chance nutzen. Das unterstrich in Markkleeberg vor allem Florian Beste, der sich im Einzelrennen die Silbermedaille sicherte und damit an die guten Leistungen der vergangenen Saison anknüpfte. Da holte er mit dem deutschen Team die Bronzemedaille bei der U 23-WM. Nur knapp verpasste die Nationalmannschaft den Silberrang, den Großbritannien mit sechs Hundertstelsekunden Vorsprung holte. Souveräner Sieger waren hingegen die Franzosen.

Auch in diesem Jahr will Florian Beste wieder international starten. "Ich möchte auf jeden Fall wieder Mitglied der U 23-Nationalmannschaft werden", sagt er. Die Konkurrenz im deutschen Lager ist jedoch groß - die besten drei in den entscheidenden Rennen in Markkleeberg und Augsburg qualifizieren sich. "Diesmal sind es acht Leute auf demselben Niveau, aber ich rechne mir gute Chancen aus", betont Beste. Der Optimismus überwiegt also, zumal nach den guten Ergebnissen der vergangenen Saison. Doch der 20Jährige setzt sich kleine Ziele: Erst einmal steht die Quali im Fokus. "Weiter kann man nicht planen", erklärt er. Gut vorbereitet ist Beste auf jeden Fall. Ende Februar absolvierte er ein zweiwöchiges Trainingslager im südfranzösischen Pau. Die Bedingungen waren gut: "15 Grad und Sonne."

Sören Loos fehlte es im Winter an der einen oder anderen Trainingseinheit, deshalb prophezeit Mira Faber: "Für ihn wird es schwer." Gleichwohl weiß die U 23-Bundestrainerin um die Qualitäten des 19Jährigen. "Er ist eine Wundertüte", bringt sie es mit einem Lachen auf den Punkt. Loos kennt vor allem den Wildwasserkanal in Augsburg aus dem Effeff, da er dort seit fast zwei Jahren lebt und inzwischen auch studiert. Im vergangenen Jahr stand Loos erstmalig im U 23-Team und zahlte einiges an Lehrgeld. "Er hat den einen oder anderen guten Lauf gezeigt, muss aber stabiler werden", analysiert Mira Faber. Gleichwohl traut sie auch Sören Loos zu, sich gegen die gerade im Einer-Canadier starke Konkurrenz durchzusetzen.

Florian Beste muss dabei in diesen Tagen auch noch schulische Herausforderungen meistern, denn der 20-Jährige steckt mitten in den Abiturprüfungen. Gestern stand die erste Klausur an, Donnerstag folgt die nächste. Deshalb geht es am Freitag mit dem Flugzeug nach Leipzig, während die anderen Sportler schon früher anreisen. Von Stress mag Beste aber nicht reden. "Vor den Wettkämpfen macht man eh etwas weniger, und dann kann ich ganz gut lernen. Und durch den Sport lenken wir uns gegenseitig etwas ab", stellt er fest. Den 20-Jährigen bringt so schnell nichts aus der Ruhe - Besonnenheit ist eine seiner wichtigsten Tugenden.

Quelle: RP
 
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