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Lokalsport
Der Herr der Hindernisse hört auf

Erkrath. Ferdinand Rosellen hat 15 Jahre am Uhlenhof den Spring-Parcours gebaut.

Pferden und Reitern Hindernisse in den Weg zu stellen, ist für Ferdinand Rosellen Passion. "Die Turniere waren mein Leben", sagt der leidenschaftliche Parcoursbauer. Vom E-Springen bis zum Großen Preis war er in den vergangenen 15 Jahren auf dem Erkrather Uhlenhof für Sprungfolgen, Abmessungen und Distanzen verantwortlich. "Hans-Willi Weber hat mich damals angesprochen, ob ich nicht bei ihm bauen wollte und seitdem habe ich das gemacht", sagt er schlicht. Er reiste stets mit Ständern und Stangen an, um die Kurse auch für die Zuschauer ansprechend zu gestalten. Nun zieht er sich aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand zurück. "Bei den Europameisterschaften und beim Salut-Festival in Aachen bin ich noch einmal dabei und dann ist Schluss", sagt der Mann aus Bergheim.

Er hat als Herr über die Hindernisse Karriere gemacht und bei den wichtigsten Turnieren Hand angelegt. Nicht nur beim Weltfest des Pferdesports zählte er zum Stammpersonal, auch in Wiesbaden war er 20 Jahre lang für die Position der Sprünge mitverantwortlich und selbst beim Derby in Hamburg und bei Deutschen Meisterschaften bauten die Veranstalter auf seine Erfahrung. "Bis nach Kopenhagen bin ich gefahren und war schon fast überall", berichtet Rosellen.

Viele Veranstaltungen hat er außerdem als Zuschauer besucht, um sich inspirieren zu lassen. "Dort habe ich immer geschaut, was funktioniert und wovon ich besser die Finger lasse." Denn wie viele Paare in einem Springen fehlerfrei bleiben, ist kein Zufall, sondern Kalkül. "Es darf nicht sein, dass von 40 Startern 36 fehlerfrei bleiben. Dann stimmt etwas nicht." Eine detaillierte Vorbereitung ist für den Parcoursdesigner die Voraussetzung für korrekte Ergebnisse. "Auf einer Platte habe ich zu Hause immer alles ausgemessen und geplant. Wenn wir zum Turnier gefahren sind, standen alle Kurse schon fest."

Seit einigen Jahren begleiten seine Söhne Andreas und Matthias Frank Rosellen. Sie führen sein Werk weiter - national und international. Von den Sportlern hat er auch immer wieder Beschwerden zu hören bekommen. "Den einen war es zu leicht, den anderen zu schwierig, doch man kann es eben nicht allen recht machen", betont Rosellen. Seine Hindernisse bleiben auf dem Uhlenhof auch in Zukunft im Wege stehen.

(domi)
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