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Mönchengladbach
26 junge Anlagenmechaniker sind jetzt Gesellen

Mönchengladbach. Die Innung Sanitär-Heizung-Klima sprach ihre Lehrlinge frei. Der Bedarf an Fachkräften ist in der Branche sehr hoch. Von Christian Lingen

Ist die Heizung kaputt oder tropft der Wasserhahn, dann muss ein Fachmann ran. Für viele sind die Handwerker einfach nur Klempner. Doch der Beruf ist vielseitiger, als so mancher denkt. Darum heißt er offiziell Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. In Mönchengladbach gibt es jetzt 26 junge Anlagenmechaniker mehr. Im Rahmen einer Feierstunde wurden die Gesellen nun von Obermeister Georg Haaß losgesprochen. Ihre Ausbildung ist damit beendet.

"Wir haben jetzt 26 neue Junggesellen, die hoch spezialisiert sind. Es sind aber viel zu wenige. Der Beruf ist nicht mehr nur der Klo-Verkäufer. Er ist hochtechnologisch und ein Beruf mit Zukunft", sagt Georg Haaß. Vor allem Service und Wartung werden immer wichtiger. Der Anlagenmechaniker von heute repariert nicht mehr nur das kaputte Rohr oder die defekte Heizung im Keller. Vieles ist technischer und digitaler geworden. Der Beruf hat sich damit stark verändert. Darum heißt es für die neuen jungen Anlagenmechaniker, nicht auf der faulen Haut zu liegen, sondern sich permanent weiterzubilden und immer auf dem neuesten Stand der Technik zu sein.

"In Mönchengladbach wird gerade an vielen Stellen gebaut. Da werden wir gebraucht", sagt Georg Haaß. Der Beruf hat also Zukunft. "Wenn die Gesellen sich weiterbilden, können sie eines Tages mit ruhigem Gewissen in die Rente gehen", erklärt Heinz Schmidt, Präsident der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein. In Mönchengladbach gibt es nur 22 Betriebe, die Anlagenmechaniker ausbilden. "Das sind viel zu wenige und das muss sich ändern", fordert Haaß. "Wir ersticken in Aufträgen und es ist niemand da, der sie erledigen kann. Das ist eine wirtschaftliche Katastrophe", sagt der Obermeister.

Nachdem Georg Haaß die Lehrlinge offiziell losgesprochen hatte, verlieh Heinz Schmidt den "Heinrich-Schmidt-Preis" für den Jahrgangsbesten. Das Preisgeld von 500 Euro erhielt Christian Mengen. Er hat seine Ausbildung bei der Firma Frank Roßbach gemacht. "Unsere duale Ausbildung halte ich für sehr wichtig", sagt Heinz Schmidt. Die Qualität der Lehre sei in Deutschland besser als in vielen anderen Ländern. Mit dem Ende der Lehre stehen den Gesellen nun viele Möglichkeiten offen. Eine ist, den Meister zu machen und anschließend in die Selbstständigkeit zu gehen. Stefan Bresser, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, zeigte beispielhaft seinen Werdegang auf. Nach seiner Tischlerlehre und dem nachgeholten Abitur an einem Abendgymnasium studierte er Jura und wurde Rechtsanwalt. Seit neun Jahren ist der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.

Parallel zur Lossprechnungsfeier ehrte die Innung Sanitär-Heizung-Klima Burkhard Halm für sein 25-jähriges Jubiläum. Michael Peters, Michael Küppers und Klaus Rönneper erhielten jeweils den Silbernen Meisterbrief. Die große Lossprechung der anderen Innungen der Kreishandwerkerschaft findet im April statt.

Quelle: RP
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