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Mönchengladbach
Allein gegen alle - der "Sturm aufs Rathaus"

Mönchengladbach. Etwas ganz Neues in der Mönchengladbacher Kommunalpolitik: Das war 2014 die Kandidatur von Christoph J. Hagmann bei der Oberbürgermeister-Direktwahl. Zehn Bewerber hatte es noch nie gegeben - schließlich gibt es in NRW dieses Verfahren erst seit 1999.

15 Jahre später also gleich zehn Kandidaten, und einer von ihnen trat ohne eine Partei an, die ihn unterstützte - Christoph Hagmann. Sehr viele Wähler hatten von dem 71-Jährigen noch nie gehört, der 20 Jahre nicht mehr in Mönchengladbach gelebt hatte. Doch so neu war Hagmann in der Kommunalpolitik dieser Stadt nicht wirklich. Anfang der 70er Jahre war er in die CDU eingetreten - als junger Handwerksmeister von der Kfz-Innung unterstützt, die damals nicht nur ihn in Rat, Bezirksvertretungen und Ausschüsse brachte. Christoph Hagemann wurde in der Jungen Union zum Weggefährten des späteren Landtagsabgeordneten Michael Schroeren, kam in die Bezirksvertretung Stadtmitte, saß im Verkehrs-, Sport- und Rechtsausschuss des Stadtrates, machte beim Bundestags-Wahlkampf für Kanzler Helmut Kohl mit - und zog sich Ende der 80er Jahre zurück, als er nach Düsseldorf und Mallorca "auswanderte" und ihm zudem in der CDU einiges nicht mehr passte.

2013 kam er zurück in seine Heimatstadt und ließ sich bei Diskussionsrunden in der "Laube" für einen Comeback-Versuch in der Politik gewinnen: Als Oberbürgermeisterkandidat 2014 - "mit der nötigen Erfahrung auf dem Gebiet der freien Wirtschaft", wie er verkündete. Zwar ohne besondere Kenntnis der Kommunalverwaltung, "doch als normal denkender und gebildeter Mensch kann man sich da reinarbeiten, wenn man sich die richtigen Berater holt", sagt er. Und: "Ich wäre nicht der schlechteste Oberbürgermeister gewesen." Geklappt hat es mit der Wahl nicht, die hat CDU-Mann Hans-Wilhelm Reiners am Ende in einer Stichwahl gegen Norbert Bude gewonnen. Christoph J. Hagmann hat 561 Stimmen bekommen. "Ein ordentliches Ergebnis bei meiner Ausgangsposition. Ich wusste natürlich, dass ich keine wirkliche Chance hatte. "Doch die Wähler sollten sehen, dass es Alternativen gibt. Mir hat der Wahlkampf viele interessante Gespräche gebracht", sagt er heute. "Und Hans-Wilhelm Reiners, der gelernte Zeitungsredakteur, macht seine Sache ordentlich." Übrigens: Sein Wahlkampf hat Kinny Hagmann noch einmal auf den Geschmack gebracht: "Ich werde wieder in die CDU eintreten." Warum? "Sie braucht ein wenig neuen Antrieb."

(oes)
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