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Mönchengladbach
Die Heimatliebe des Johannes Oerding

Mönchengladbach: Die Heimatliebe des Johannes Oerding
Johannes Oerding und seine Band machten ihr Konzert auf der Sommermusik-Bühne Schloss Rheydt zu einem unvergesslichen Erlebnis. Stimmungsvoll, stimmgewaltig, überwältigend - der Abend war einfach nur schön. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Sommermusik Schloss Rheydt: Oerding und seine Band machten es ganz warm und kuschelig auf der Turnierwiese. Witzige, philosophische und anrührende Texte begeisterten die Fans. Am Ende wussten sie: Alles wird gut. Für immer. Von Inge Schnettler

Es ist ein Heimspiel. Johannes Oerding ist Niederrheiner durch und durch. Dabei ist er im westfälischen Münster geboren und lebt im hanseatischen Hamburg. Aber seine Jugend, die hat er in Geldern-Kapellen verbracht. Das 2500-Seelen-Städtchen dürfte am Mittwoch so gut wie ausgestorben gewesen sein. Niemanden wird es dort gehalten haben, der jemals mit Johannes Oerding zu tun hatte, ihn schon mal auf der Bühne erlebt oder womöglich schon mal mit ihm gejammt hatte. Es muss eine Herzensangelegenheit gewesen sein, nach Rheydt zu kommen, um den begnadeten Musiker mit seiner fantastischen Band auf der Sommermusik-Bühne zu erleben. Sie alle - Musiker und Publikum - werden den Abend niemals vergessen. Stimmungsvoll, stimmgewaltig, überwältigend - der Abend war einfach nur schön. Punkt.

"Ich hab noch immer nicht genug" - das ist der Auftakt. Und schon hat Johannes Oerding die Menschen vor der Bühne überzeugt und auf Anhieb für sich und seine Musik gewonnen. Die Fans sind textsicher, Strophe für Strophe, Zeile für Zeile wird mitgesungen, es wird geklatscht, gejubelt. Er liebt die "deutsche Provence", wie er den Niederrhein nennt. Oh ja, Johannes Oerding liebt das Leben, liebt die Musik, liebt das Publikum, liebt seine Bandmitglieder, liebt diesen wunderbaren Ort - die Turnierwiese vor dem effektvoll illuminierten Herrenhaus von Schloss Rheydt. Diese Liebe teilt er - mit jedem einzelnen, der hergefunden hat, an diesem Abend, in dieser Nacht.

Johannes Oerding stellt seine Band und sein Team vor - Flinte, Welle, Strobokopp, Happy, Wocky, Sissi - so (oder so ähnlich) heißen die Mitglieder. "Wir haben uns gegenseitig Spitznamen gegeben, damit wir klingen wie eine Mofa-Gang", sagt der Musiker. Er springt von der Bühne herab, bahnt sich einen Weg durch die Massen auf der Turnierwiese. Er geht mit ihnen in die Hocke, die Band wird ganz leise, dann springen alle auf und brüllen, was das Zeug hält. Der Mann kann es einfach, er ist super gut, dabei keineswegs abgehoben, er ist den Fans nah, nimmt sie mit, lässt sich von ihrer Sympathie tragen. So funktioniert sowas.

Johannes Oerding ist witzig - "Nie wieder Alkohol", er ist philosophisch - "Plötzlich perfekt", seine Botschaften sind unterm Strich extrem positiv. "Wo wir sind, ist oben" singt er, "Du bist jetzt wie neugeboren" und "Alles wird gut". Letzteres stammt aus dem Refrain seines aktuellen Hits "Alles brennt". Darauf haben die Fans nur gewartet. Ganz leise zupft Johannes Oerding seine Gitarre, er lässt das Publikum singen, ein großer Chor stimmt den Refrain an. Die vielen Stimmen steigen in den dunklen Abendhimmel. Die Menschen verzaubern sich gegenseitig. Alles wird gut. Sicher.

"Oh Heimat, wie schön du mich anlachst. Du bist immer da, wenn ich keinen zum Reden hab. Oh Heimat, wie du wieder aussiehst. Ich trag dich immer, immer bei mir. Wie'n Souvenir. ... Ich kenn dich in- und auswendig. Du weißt viel zu viel von mir": Ja das ist Heimatliebe - nicht verkitscht, nicht sentimental, sondern grundehrlich und echt. Johannes Oerding wird in Mönchengladbach immer willkommen sein.

Quelle: RP
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