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Mönchengladbach
Ein Spönnrad für den frechen Humor

Mönchengladbach: Ein Spönnrad für den frechen Humor
Manuela Luhnen, Joachim Jung (Lieselotte Lotterlappen), Laudatorin Marion Zaum und Angelika Rahmen (hinten), Präsident Heino Lambertz, der Vorsitzende Reiner Schmitz und Bernd Gothe (jeweils v.l.) bei der Preisverleihung. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Lieselotte Lotterlappen ist eine Kunstfigur des hessischen Künstlers Joachim Jung. Für seinen kecken Humor und sein soziales Engagement für die Kinderkrebshilfe erhielt dieser nun das Joldene Spönnrad der GKG Spönnradsbeen Hardt. Von Christian Lingen

Jemandem, der kein Blatt vor den Mund nimmt, freche Antworten gibt und sagt, was ihm gerade in den Sinn kommt, überreicht man normalerweise keinen Preis. Im Karneval ist das anders. Da sind schnelle, spontane und zumeist kecke Kommentare ein Qualitätsmerkmal eines richtig guten Redners. Lieselotte Lotterlappen ist so jemand. Sie scheint kein richtiges Programm zu haben, sagt, was ihr gerade einfällt, und bindet das Publikum mit ein. "Wenn dieses Hemd modern wird, dann hast du es als Erster" oder "Da fährt man 300 Kilometer und hat dann so ein Gesicht vor sich sitzen" sind bei ihr ganz normale Ansprachen an Gäste im Publikum. Ihr Humor erzeugt so viel Lachen, dass ihre Zuhörer danach erschöpft sind und nicht klatschen, sondern jubeln. Nun erhielt die Rednerin, die eine Kunstfigur und in Wahrheit ein Mann ist, nämlich Joachim, ist, das Joldene Spönnrad der GKG Spönnradsbeen Hardt.

Markenzeichen der Preisträger ist ihr soziales Engagement. "Mein Motto ist es, die Menschen jeden Tag zum Lachen zu bringen", sagt Joachim Jung. Als Lieselotte Lotterlappen tut er das nicht selten für die Kinderkrebshilfe.

Jung ist eine echte Rampensau und die Bühne sein Zuhause. In vielen Figuren, ob als Professor "Igidius Siebenschlau", chaotischer Opa "Hans-Heinz Hammelböck" oder eben im Karneval als Lieselotte Lotterlappen, sorgt er bei seinen Zuhörern für Schnappatmung. Und das stets auf herzliche Art. Die hat er auch privat. "Als wir ihn zum Vorgespräch besuchten, bekamen wir Kartoffelsuppe mit Wurstsalat, Nachtisch und Cocktails", erzählte Inspizientin Marion Zaum in ihrer Laudatio. MKV-Boss Bernd Gothe überreichte Joachim Jung, der als Lieselotte Lotterlappen den Preis entgegennahm, eines der Tischge-stecke, die mit Haarwicklern dekoriert waren.

Traditionell bedanken sich die Geehrten mit einem kleinen Auftritt. Der von Lieselotte Lotterlappen dauert eine Dreiviertelstunde. "Guck mal, da sitzt die Frau von Payback", sagte sie zu einer Dame im Tupfenkleid. Das Hardter Jugendheim, das als Raum des Galaabends diente, bezeichnete sie als Tempel der Wolllust. Natürlich fehlte nicht ihr gefürchteter Gang ins Publikum. "Hier musste es schnell gehen. Was man halt beim Stromausfall so alles im Kleiderschrank findet", begutachtete sie die Robe einer Dame. Dann erblickte sie ein Mitglied der Funkengarde: "Guckt mal das Frettchen", sagte Lieselotte zu seinen Tischnachbarn.

Einer Kellnerin riet sie: "Der hier muss erst furzen, damit du weißt, wo oben und unten ist." So ging es immer weiter, bis sich Lieselotte verabschiedete. "Ich wohne im Best-Western-Hotel. Da sieht man die fünf Sterne nur, wenn man aus dem Fenster schaut", verriet sie zum Schluss und erntete wie bei jedem ihrer Auftritte tosenden Beifall. Danach feierten die Hardter noch bis in die Nacht hinein.

Quelle: RP
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