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Mönchengladbach
Eschensterben in den städtischen Wäldern

Mönchengladbach. Was vor mehr als 20 Jahren in polnischen Wäldern begann, hat Gladbach erreicht: Ein Schlauchpilz zerstört die Triebe, die Bäume verkümmern. Auch Pappeln werden wieder gefällt. Trotzdem wächst der Gladbacher Wald stetig. Von Dieter Weber

Als Christoph Zebunke Forstwissenschaft studierte und sich gezielt mit heimischen Baumarten beschäftigte, war von einem Eschensterben nicht die Rede. Der Erreger, der diese Baumart befallen kann, fand "sich in Lehrbüchern unten in einer Fußnote", erzählte Oberforstrat Zebunke jetzt den Politikern im Umweltausschuss. Mittlerweile hat der Erreger, ein Schlauchpilz, auch die Eschenbestände im Gladbacher Wald erreicht. Das Eschensterben, das in den 1990er Jahren in Polen begann, hat inzwischen auf das Stadtgebiet übergegriffen.

Wenn Revierförster Werner Stops heute mit seinen zehn Mitarbeitern die städtischen Waldgebiete Hoppbruch-Trietenbroich, die Neuwerker Donk und den Bereich Volksgarten-Elschenbruch-Schloß Rheydt inspiziert, dann sehen sie bei einem Blick in die Baumwipfel, welche Schäden der Schlauchpilz verursacht hat: Die Triebe sterben ab, vereinzelt ist nur noch kümmerliches Blattgrün zu erkennen. Zebunke, im Regionalforstamt Niederrhein damit auch Herr der Wälder in der Stadt, sieht keine andere Chance, als kranke Bäume zu fällen. Er hofft darauf, dass es gelingt, gesunde Eschen nachzuzüchten, die gegen den Schädling resistent werden. Das sichert aber nicht das Überleben von größeren Bereichen des hiesigen Eschenbestandes. "Wir müssen diese Waldgebiete durchforsten und denken darüber nach, die Eschen verstärkt durch Buchen zu ersetzen", sagte Zebunke.

Rund 1800 Hektar groß ist das Waldgebiet in Mönchengladbach, knapp 1000 Hektar davon sind städtischer Wald. Das größte zusammenhängende Waldgebiet ist der Hardter Wald mit 450 Hektar. Seit drei Jahrzehnten setzen die städtischen Forstwirte jährlich Jungbäume - alleine in diesem Jahr sind es 12.500 Baby-Bäume -, damit der Wald wachsen kann. Die bewaldete Fläche vergrößert sich zwar stetig, mit rund 12 Prozent tatsächlicher Waldfläche liegt Mönchengladbach aber deutlich unter dem Landesdurchschnitt, der bei rund 25 Prozent liegt. Bei der Auswahl der Jung-Baumarten setzt die Mannschaft von Stadtförster Stops im wesentlichen auf Buche, Bergahorn, Wildkirche und Ulme, um so für eine größere Durchmischung bei den starken Nadelholzbeständen - zum Beispiel im Hardter Wald, wo die Kiefer vorherrschend ist - zu sorgen.

Der Gladbacher Eschenbestand ist ein Problem. Doch es gibt auch andere Baumarten, die auf dem Stadtgebiet in ihrem Bestand gefährdet sind und gefällt werden müssen. Zum Beispiel: Stadtwald/Schützenstraße Die hier stehenden Fichten leiden unter erheblichem Wassermangel, weil die Niederschlagsmenge nicht mehr ausreicht. Die Folge: Die Bäume werden vom Borkenkäfer befallen und sie verlieren ihre Standfestigkeit. "Wir kommen nicht umhin, die Fichten zu beseitigen. Sie fallen sonst in die Gärten", sagt Zebunke. An ihrer Stelle werden in erster Linie Buchen gepflanzt. Elschenbruch/Donk Die Pappeln, die hier seit mehr als 50 Jahren das Gebiet prägen, sind "nicht mehr zu halten", so Zebunke: "Sie haben ihr physiologisches Alter erreicht und fallen um." Die Stadt fällt sie und pflanzt an diesen Stellen Ahorn, Vogelkirche und Ulme. Korschenbroicher Straße Hier macht den Experten der Baumbestand entlang der Straße große Sorgen. Die Bäume sind nicht mehr standsicher und könnten bei einem Sturm auf die Straße fallen. Zebunke: "Da müssen wir vorher tätig werden. Die Verkehrssicherheit ist nicht mehr gewährleistet." Hardter Wald Da rückt ins Blickfeld der Forstarbeiter immer der Kiefern-Altbestand "In der Schlaa", der durchforstet und besonders gepflegt werden muss. Andere Flächen Im Hardter Wald wird eine Kiefern-Windwurffläche wieder neu aufgeforstet. Auch in Wickrath parallel zur Trompeterallee werden die städtischen Mitarbeiter tätig: Eine lichte Birken-Eichenfläche benötigt dringend einen neuen Baumbestand. In den Waldgebieten Elschenbruch, Stadtwald Rheydt, Pongser Wald, Hardter Wald und Neuwerker Donk gibt es einen zwischen 80 bis 120 Jahre alten Mischbestand aus Stieleiche, Rotbuche, Fichte und Lärche. Weil die Fichten instabil sind, sollen sie komplett beseitigt werden.

Quelle: RP
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