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Mönchengladbach
Extreme Strapazen im Film verewigt

Mönchengladbach: Extreme Strapazen im Film verewigt
Das Team Maxmo während der Trainingsphase in den USA vor dem Start beim "Race Across America".
Mönchengladbach. 4800 Kilometer absolvierten die Teilnehmer des "Race Across America", dem wohl härtesten Radrennen der Welt - in sechs Tagen. Das Gladbacher Team Maxmo fuhr für den guten Zweck. Bei einer Filmpremiere wurden nun 30.000 Euro überreicht. Von Angela Wilms-Adrians

30.000 Meter Höhendifferenz, 4800 Kilometer durch vier Zeitzonen auf dem Fahrrad in sechs Tagen, drei Stunden und zehn Minuten. Da sind die beeindruckenden Eckdaten des RAAM Team MAXMO bei einem der härtesten Radrennen der Welt, dem Race Across America. Martin Beckmann und Markus Fischer hielten das Ereignis im vergangenen Jahr mit der Kamera fest. Zur Filmpremiere im Haus Zoar waren nun neben dem kompletten Team Familienangehörige, Sponsoren und Ehrenämtler des Palliativteams Sternenboot und der HilEri-Stiftung eingeladen. Die Athleten hatten für einen guten Zweck kräftig in die Pedale getreten, und so konnten am Abend stolze 30.000 Euro an die HilEri-Stiftung übergeben werden.

Der Film ist der inzwischen verstorbenen Jael gewidmet, die im Kinderpalliativteam Sternenboot betreut wurde. Für sie gaben Norbert Nusselein, Oliver Dienst, Willi Verleysdonk, Christoph Bohnen und Sven Imhoff alles, und so belegten vier von ihnen den zweiten Platz des Rennens.

Die Radfahrer und deren Betreuer waren im sportlichen Outfit in weißen Blousons, Jeans und Sportschuhen gekommen. "Wir wollten unter sechs Tagen fahren. Doch der Wind war ungünstig und wegen einer Überschwemmung im Mississippi-Delta mussten wir einen Umweg fahren", berichtete Oliver Dienst im Foyer. Der leidenschaftliche Triathlet ist selbstständiger Apotheker und Geschäftsführer der Maxmo GmbH. Er war einer der Radfahrer aus zwei Zweierteams, die im 30-minütigen Taktwechsel die Strecke bewältigten.

Die größte Herausforderung sei es allerdings gewesen, 20 Leute mitsamt Equipment durch die USA zu schleusen, so Dienst. "Crew Chief" Dr. Walter Kaiser, Arzt für Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie, hatte aus gesundheitlichen Gründen nicht mitreisen können. Daher hatte Daniela Dienst, Apothekerin aus dem Familienunternehmen der Maxmo-Apotheken, die Rolle des Crew Chief übernommen. Kaiser stellte Radfahrer und Betreuer live vor, bevor diese als Hauptakteure des Films zu sehen waren.

Die Dokumentation gibt Einblick in die aufwändige Organisation, die Strapazen, den Teamgeist, die großartige Landschaft, aber auch in die Tiefs. Dazu zählte der Sturz des Radfahrers, der einen Tag vor Rennbeginn verletzungsbedingt ausfiel. Für ihn sprang Willi Verleysdonk ein. Als "Backup" hatte er die Vorbereitungsphase mit insgesamt 25.000 gefahrenen Rad-Kilometern und drei Simulationen innerhalb eines Jahres mit durchlaufen.

Der drahtige 54-Jährige mit dem jungenhaften Lächeln war der Senior unter den Athleten des Teams. Die Ärztin und Ernährungswissenschaftlerin Dr. Ursula Hildebrandt überwachte die körperliche Verfassung. Sie hatte pro Fahrer und Tag einen täglichen Bedarf von 10.000 Kalorien errechnet. Als besonderes Problem nennt sie im Film Hitze und extremen Schweißverlust bei der Durchquerung der Wüste. Eine Einstellung zeigt Dienst nach dem Rennen. Rückblickend bilanziert er in einer Mischung aus Glücksgefühl und Demut: "Ich würde das RAAM immer wieder machen, aber nicht noch einmal."

Quelle: RP
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