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Mönchengladbach
Gefahren erkennen heißt Gefahren vermeiden

Mönchengladbach: Gefahren erkennen heißt Gefahren vermeiden
Gemeinsames Training der Ärzte und Pfleger stärkt das Bewusstsein für Risiken und erhöht die Patientensicherheit. FOTO: Maria Hilf
Mönchengladbach. Im "Room of Error" trainieren interdisziplinäre Teams der Kliniken Maria Hilf zum dritten Mal das Erkennen von Fehlern. Von Angela Rietdorf

Wer im Krankenhaus arbeitet, darf keine Fehler machen. Jedenfalls nicht bei der Behandlung und Pflege der Patienten. Im laufenden Betrieb ist ein Training zur Patientensicherheit deshalb praktisch unmöglich. Es sei denn, man baut sich ein Übungsszenario auf. Eine Anordnung, die echt wirkt, in der sich aber Fehler verstecken. "Room of Error", Irrtumsraum, nennt sich das im Maria Hilf. Hier können Ärzte und Pfleger einmal im Jahr trainieren, wie man Risiken erkennt und vermeidet.

Bereits zum dritten Mal führen die Kliniken Maria Hilf das Patientensicherheitstraining "Room of Error" durch. "Es geht uns darum, Bewusstsein für die Gefahren zu schaffen", erklärt Andreas Meyer, Chefarzt der Pneumologie im Maria Hilf und federführend beim Patientensicherheitstraining. Gefahren zu erkennen bedeutet, sie vermeiden zu können. Zum Beispiel die Verwechslung aufgrund von Namensgleichheit. Wenn zwei Patienten namens Müller auf der gleichen Station liegen, werden die Namensschilder farbig gekennzeichnet, um auf die Gefahr einer Verwechslung hinzuweisen. Dann sollten die Ärzte und Pfleger sicherheitshalber noch ein zweites Mal kontrollieren, ob auch der oder die Richtige behandelt wird. In der Room of Error genannten Versuchsanordnung werden mögliche Fehler bewusst eingebaut, um das Bewusstsein von Ärzten und Pflegern für Fehler zu schärfen. Da liegen in einem Schälchen Tabletten bereit, die der fiktive Patient (dargestellt von einer Puppe) eigentlich nicht nehmen darf, weil er darauf bekanntermaßen allergisch reagiert. Oder es wird ein Medikament einer Patientin namens Anna Schmitt zugeordnet, obwohl es für Anna Schmidt gedacht ist. Es kann sein, dass der Händedesinfektionsspender leer, das Datum auf der Sauerstoffflasche abgelaufen oder die Dokumentation unvollständig ist. Die interdisziplinären Teams, die aus jeweils zwei Ärzten und zwei Pflegern bestehen, haben zehn Minuten Zeit, um die zehn Fehler zu finden. Zwanzig interdisziplinär zusammengestellte Teams durchlaufen dieses Training. "Die Mitarbeiter haben das bisher alle als sehr positiv empfunden", erklärt Meyer. "Routine ist gefährlich, so trainieren wir unsere Aufmerksamkeit."

Die Fehlerszenarien werden gemeinsam erarbeitet. Anregungen holen sich die Room-of-Error-Planer aus dem CIRS-Netz. In diesem Zusammenschluss tauschen sich Ärzte und Kliniken über Fehlerquellen, Risiken und Sicherheitsmechanismen aus. Man lernt voneinander und miteinander, um Fehler zu vermeiden, Risiken zu minimieren und die Patientensicherheit zu verbessern.

Quelle: RP
 
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