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Show im Sparkassenpark
Gladbach tanzt für David Guetta

David Guetta spielt in Mönchengladbach
David Guetta spielt in Mönchengladbach FOTO: Ilgner Detlef
Mönchengladbach. 17.000 Menschen sind am Samstag in den Sparkassenpark gekommen, um David Guetta live in Mönchengladbach zu erleben. Der französische Star-DJ ist gerade mit seiner "Listen"-Tour zu Gast in Deutschland. Meistens hatte er das Publikum im Griff, nur einmal drohte die Stimmung nachzulassen. Von Franziska Hein

Die Show

Das Publikum hält die Smartphones im Anschlag, die weißen Laserscheinwerfer fahren herunter, der Beat dröhnt in der Magengrube, da huscht David Guetta ans DJ-Pult. Es ist 20.21 Uhr, mehr als zwei Stunden mussten die 17.000 Menschen im Sparkassenpark auf den Beginn der Show warten – umso euphorischer fällt die Begrüßung aus. So viele Menschen sind vorher noch nie zu einem Konzert in den Park gekommen, sagt der Veranstalter. Jedenfalls sind es 6000 Leute mehr als am Vortag in Hamburg, die noch im Sonnenschein zu den ersten Beats tanzen. Auf den Bühnenleinwänden flimmern Comic-Animationen und Farbspektakel. Opulent ist die Bühnenpräsentation, hypnotisierend wirken die vielen durcheinander choreografierten Bilder.

Guetta haut die Bässe rein und jagt die Schlagzahl hoch, bis man das eigene Herz nicht mehr schlagen hört. Aber das Publikum jault auf und tanzt. Wenig hören die Menschen an diesem Abend, was sie aus dem Radio kennen. Guetta spielt fast keinen Titel aus. Er experimentiert mit Schnipseln, die das Publikum kennt, wie "Bang Bang – My Baby Shot Me Down". Die Remixes von Hoziers "Take Me To Church" und "Viva la Vida" von Coldplay” sind Höhepunkte. Von seinen eigenen Hits nimmt er sich Zeit für "Titanium" (mit Sia) und "Without You" (mit Usher). Beide stammen nicht von dem aktuellen Album "Listen", sondern von der "Nothing But The Beat"-Platte von 2011.

Fotos: David Guetta – der Star-DJ aus Frankreich FOTO: dpa, car sab

Der Master of Ceremony

Der französische DJ verschwindet zwar während der Show häufig hinter den Animationen, die über die Bühnenleinwände tanzen. Von eben diesen Riesenleinwänden strahlt David Guetta bisweilen herab auf sein Publikum, das dann dabei zusehen kann, wenn er die Knöpfchen auf dem Schaltpult dreht und die Beats dosiert. Guetta choreografiert die Bewegungen des Publikums und er animiert, bis auch der Letzte seine Hände oben hat. Im ersten Drittel der Show ist der Sound hart und stampfend, die Menschen verausgaben sich. Guetta treibt sie an. Die Rhythmen sind so einfach, dass jeder den richtigen Takt trifft. Den fulminanten Anfang steigert der Star-DJ noch zum Ende. Da dreht er die Bässe noch tiefer. Es wummert schon an der Schmerzgrenze, als Guetta ins Mikrofon ruft: "Can you feel it?" Der Master ist so gut drauf, dass er am Ende sogar eine Zugabe spielt. Auf die hatte er am Vortag zum deutschen Tour-Auftakt in Hamburg noch verzichtet.

Das Publikum

Der Funke zwischen den Zuhörern und dem DJ springt schon im ersten Set über. Guetta mag das Gladbacher Publikum, das ihn mit Stadiongesängen begrüßt. Die Menschen lassen sich in die Musik fallen, und Guetta trägt sie. Es gibt Momente der Harmonie, wenn Guetta in "Listen" nur da Publikum singen lässt.

Aber nach einer Stunde klingt die Euphorie langsam ab, die Menschen lassen ihre Hände sinken, die Energie des Anfangs ist verschwunden. Aber Guetta hat ein gutes Gespür für die Dynamik im Publikum. In dem Moment, als das Konzert gewöhnlich zu werden droht, bringt er "Dangerous" (mit Sam Martin). Das knallt, und sofort sind alle Hände wieder oben und zucken im Takt. Guetta legt mit "What I Did for Love" (mit Emeli Sandé) nach. Die Leute folgen ihm. Zuletzt wird es sogar romantisch, der DJ spielt Oasis' "Wonderwall” an. Am Schluss kommt "Without You" und Guetta formt mit den Händen eine Herzraute, die alle nachmachen. Schließlich bremst der Star-DJ die Platte und verabschiedet sich von seinen "sexy german girls" und seinen "crazy toy boys". 17.000 Menschen brüllen Zugabe und der Mann am Pult zieht tatsächlich seine Kopfhörer noch einmal auf.

Die Bilder vom Konzert gibt es her. 

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