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Mensch Gladbach
Grün und Rot und Rosarot - ein Fall fürs ZDF

Mönchengladbach. Wenn das so weitergeht, ist Mönchengladbach bald kein Geheimtipp mehr. Ausgerechnet mit Verkehr punktet unsere Stadt in Serie. Wer jetzt nur Bahnhof versteht, landet sicherlich nicht in der Komfortzone.

Haben Sie es gesehen? Mönchengladbach war schon wieder in den Abendnachrichten des Zweiten Deutschen Fernsehens. Nicht mit Salafisten, Mord oder Dauerregen. Nein, als vorbildliche Kommune. Rosarot das Bild, deutlich das Loblied auf unsere Stadt. Psst, nicht weitererzählen, sonst sind wir bald kein Geheimtipp mehr.

Wie schon neulich beim letzten Star-Auftritt im ZDF ging es um den Verkehr. Und wie beim Fußball spielt Grün dabei die Hauptrolle. Denn das sollen Autofahrer, die sich an Tempobegrenzungen halten nämlich bald nahezu durchgehend sehen, also, zumindest auf den wichtigen Routen durch die Stadt. Dann soll der Verkehr angenehm im Fluss sein. Wir stellen uns vor, wie alle meditativ dahingleiten, vergessen das beliebte Drängeln und Hupen, sanftes Lächeln glättet jede Zornesfalte, Vorfahrt und Rücksicht beherrschen das Stadtbild ... Aufwachen!

Ach ja, Mönchengladbach. Wie gut, dass der Verkehrsdezernent auch für Umwelt zuständig ist, eine Art Wellness-Beigeordneter. Denn so hat er eine weitere Frohe Botschaft zu verkünden: Wenn nämlich der Verkehr nicht stockt, werden weniger Abgase in die Luft geblasen. Doppelschlag oder win-win, wie es neumodisch heißt. Jedenfalls ist Mönchengladbach mit diesem Konzept der intelligenten Ampelschaltung jetzt sogar für einen Ingenieurpreis nominiert. Wir sind also gespannt auf die Ausweitung der Grünen Welle. Denn sie scheint scheu zu sein. Wir zumindest haben sie noch nie gesichtet. Umso öfter aber Rot gesehen - in unendlich langen Ampelphasen. Einbildung? Entschleunigung? Wahrscheinlich ist die Zeit einfach nur mal wieder relativ.

So wie beim Warten aufs freie WLan in der Innenstadt. Den Service, mit dem Smartphone eine flächendeckend gebührenfreie Internetverbindung zu nutzen, bietenlängst auch kleinste Städte. Bei uns hat das der Stadtrat 2015 zwar beschlossen - bisher ohne Ergebnis. Zeitnah nach der Sommerpause will man das jetzt angehen. Die Sommerpause ist vorbei. Was aber ist zeitnah? Alles relativ.

Nur relativ glimpflich ist die Hochschule Niederrhein in dieser Woche einem Skandal entronnen. Eine dort angestellte Professorin plante wenige Tage vor der Bundestagswahl einen Vortrag. Nicht ungewöhnlich, sehr wohl aber, wenn die Wissenschaftlerin für die AfD kandidiert und den "Tod des Rechtsstaats" ins Zentrum ihres Vortrags stellt. Politische Neutralität war damit kaum gegeben - die Hochschulleitung zog die Notbremse.

Aber besser spät als nie. So ist es auch mit den Bahnhöfen. Dort verbringen viele Menschen sehr viel Zeit, weil Züge gerne mal verspätet fahren. Da wünscht man sich doch wenigstens mal eine Komfortzone. Doch die Bahnhöfe in Mönchengladbach gleichen eher Nahkampfzonen. Ob wir die Sanierung des Foyers im Gladbacher Hauptbahnhof noch erleben? Oder gar in Rheydt und Odenkirchen? Doch man darf das Hoffen eben nie lassen. Denn in Wickrath passiert nun tatsächlich was: Der Bahnhof soll ausgebaut werden für den RRX, soll heller und freundlicher werden. Das kündigt die Bahn AG zumindest an. Und wird es vermutlich zeitnah umsetzen.

Weil wir aber lieber Rosarot als trüb diese Zeilen schließen, noch dies: Die erste Hochzeit im Hangar ist angemeldet. Das Ja-Wort im Schatten der "Tante JU", bald auch im Borussia-Stadion - das hat Starqualitäten. ZDF, bitte kommen!

Quelle: RP
 
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