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Mönchengladbach
Hilferuf aus dem Tierheim

Mönchengladbach: Hilferuf aus dem Tierheim
FOTO: Tierheim Mönchengladbach
Die Mitarbeiter des Tierheims haben Oberbürgermeister Bude um Unterstützung gebeten. Denn sie sorgen sich um die Tiere, den Ruf der Einrichtung und um ihre Arbeitsplätze. Die Stadt solle sich bitte einmischen, heißt es. Von Inge Schnettler

Nach den jüngsten Vorwürfen gegen die Vorsitzende des Vereins Tierschutz, Charlotte Kaufmann, haben sich die Mitarbeiter des Tierheims am Hülserkamp hilfesuchend an Oberbürgermeister Norbert Bude gewandt. Der Hintergrund: Der Leiter der Einrichtung, Klaus Kohberger, hatte nach einem Kurzurlaub festgestellt, dass zwei Hauskaninchen aus dem Gehege verschwunden waren.

Auf Nachfrage wurde ihm mitgeteilt, dass Frau Kaufmann eine Mitarbeiterin angewiesen hatte, die beiden Tiere auszusetzen, da sie sich mit ihren Artgenossen nicht vertrugen. Kohberger meldete diesen Verstoß gegen den Tierschutz umgehend dem städtischen Veterinäramt.

"Wir haben keine eigenen Interessenvertretung und sind auf Gedeih und Verderb von den jeweiligen Mehrheitsverhältnissen im Vorstand, beziehungsweise von den temporären Vorgaben und Launen einzelner Vorstandsmitglieder abhängig”, schreiben die Mitarbeiter in ihrem Brief an den Oberbürgermeister. Sie haben ihn als Adressaten gewählt, weil die Stadt Mönchengladbach Eigentümerin der Tierheim-Anlage und größter Zuwendungsgeber ist ­ "somit also unser mittelbarer Arbeitgeber”.

Weiter heißt es in dem Schreiben: "Während der letzten Jahre haben sich aus tierschutzrechtlicher Sicht mehrere Dinge zugetragen, die wir gern einer Vertrauensperson zu Protokoll geben können. Leider waren lange Zeit der Vorsitz des Vereins und und die Leitung des Tierheims in einer Hand, so dass wir unsere Anliegen nicht äußern konnten. Wenn dies doch geschah, wurden disziplinarische Maßnahmen ergriffen, beziehungsweise sofort gekündigt.”

Nur kurze Zeit habe es Ruhe gegeben. Dafür hätten zwei Vorstandsmitglieder gesorgt, die aber zu Beginn der Jahres von der Vorsitzenden ausgeschlossen wurden. Auch der neue Tierheimleiter, Klaus Kohberger, habe für große Motivation und ein gutes und zwischenmenschliches Miteinander gesorgt. Es habe tatsächlich eine Zeit gegeben, in der "wir an internen Besprechungen teilnehmen, zu Fachfragen gehört wurden und teilweise auch eigene Ideen anbringen und umsetzen konnten.”

Die Mitarbeiter beklagen, dass sie nun wieder streng reglementiert und bevormundet werden. "Die eigentliche Leitung des Tierheims liegt nicht ausschließlich in den Händen des Leiters, sondern wird durch zwei Vertreter des Vorstands ausgeübt.”

Die vereinsinternen Auseinandersetzungen der letzten Monate hätten, so die Mitarbeiter, dem Ruf des Tierheims geschadet, und sie fürchten, dass ihre Arbeitsplätze sowohl direkt als auch indirekt von den Querelen betroffen sein könnten. "Wir sollten deshalb wenigstens das Recht haben, gehört zu werden”, heißt es im Brief an Norbert Bude. "Wir hoffen auf Unterstützung und legen die Zukunft des Tierheims somit in Ihre Hände.”

(tme)
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