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Kliniken Maria Hilf
In Mönchengladbach entsteht ein Großklinikum

Kliniken Maria Hilf: In Mönchengladbach entsteht ein Großklinikum
Der Rohbau an der Viersener Straße steht soweit. Gestern wurde Richtfest gefeiert. FOTO: Hans-Peter Reichartz
Mönchengladbach. Die Kliniken Maria Hilf feiern Richtfest für den fünften Bauabschnitt - nächstes Jahr wird das Krankenhaus über 30 Prozent mehr Fläche und einen hochmodernen OP-Trakt verfügen. 80 Millionen Euro werden investiert. Von Angela Rietdorf

10.000 Kubikmeter Stahlbeton und 300 Lkw-Ladungen Baustahl wurden schon verbaut. Insgesamt werden eine Million Meter Kabel verlegt werden, das entspricht der Strecke zwischen Hamburg und München. Der fünfte Teil der Bauarbeiten an den Kliniken Maria Hilf auf dem Gelände des Franziskushauses an der Viersener Straße ist nicht eben ein kleines Projekt, wie die Bezeichnung Bauabschnitt suggeriert, sondern ein Bauvorhaben, wie es in dieser Größenordnung in der NRW-Krankenhaus-Landschaft selten ist. Achtzig Millionen Euro werden in die Neubauten investiert. Jetzt schwebt der Richtkranz in Form einer Krone in herbstlichem Grün und Orange über den Rohbauten.

"Wir liegen gut in der Zeit", sagt Architekt Rainer Thieken. Die Fertigstellung der Gebäude zum Ende des Jahres 2017 sei realistisch. Mit der Vollendung des fünften Bauabschnitts wird der Konzentrationsprozess der Kliniken Maria Hilf enden. Dann kann das alte Maria-Hilf-Gebäude in der Stadtmitte geräumt und aufgegeben werden. Alle Einrichtungen finden sich dann an der Viersener Straße. "Achthundert Betten und siebzehn medizinische Abteilungen unter einem Dach", sagt Prof. Dr. Andreas Lahm, Geschäftsführer der Kliniken. 2300 Mitarbeiter versorgen jährlich rund 37.000 Patienten stationär und mehr als 102.000 Patienten in der Ambulanz.

Der fünfte Bauabschnitt umfasst den Neubau von zwei Bettenhäusern, eines Lager- und Logistikzentrums, die Erweiterung der Heizzentrale und die Errichtung eines neuen Funktionstraktes mit acht Operationseinheiten. Einer davon ist ein hochmoderner Hybrid-OP, also ein Operationssaal, in dem bildgebende Großgeräte zur Verfügung stehen. "Mit den Neubauten fügen sich die Puzzleteile zusammen", sagt Architekt Thieken. "Es gibt dann eine direkte Anbindung an die Versorgungseinrichtungen." Insgesamt vergrößert sich das Krankenhaus durch die neuen Gebäude um ein Drittel.

Die Herausforderung für Architekten und Planer ist bei einem Krankenhausbau groß. "Es ist deutlich mehr Technik unterzubringen als in einem Bürogebäude", erklärt Thieken. "Es laufen allein drei verschiedene W-Lan-Netze parallel." Das verursacht auch die zwei- bis dreifachen Kosten im Vergleich zu einem Bürogebäude.

Der Bau von Krankenhausgebäuden und ihr Anschluss an ein Krankenhaus im laufenden Betrieb erfordert sehr viel Planung. Trotzdem oder gerade deshalb geht es schnell voran mit dem fünften Bauabschnitt. Bereits zehn Monate nach der Grundsteinlegung das Richtfest zu feiern, das ist keine Kleinigkeit. "Eine Bilderbuchbaustelle", nennt Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners deshalb auch die Baumaßnahme.

Die Stadt Mönchengladbach profitiert nicht nur von der angekündigten Optimierung der medizinischen Versorgung durch das am Stadtrand entstehende Großklinikum, sondern auch durch die Möglichkeiten, die das in der Stadtmitte liegende und nun freiwerdende alte Maria-Hilf-Gelände an der Sandradstraße für die Stadtentwicklung bietet. Die Planer machen sich schon jetzt Gedanken über eine geeignete Verwendung, etwa als neues Wohnquartier.

Quelle: RP
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