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Mönchengladbach
"Die Schöpfung": Oratorium mit humorvoller Musik

Mönchengladbach. Beim Konzert in der Hauptkirche am Vorabend des ersten Advents überzeugen sowohl Orchester als auch Solisten-Trio. Von Gert Holtmeyer

Zum traditionellen Konzert am Vorabend des 1. Adventsonntags in der Evangelischen Hauptkirche Rheydt war diesmal ein vergleichsweise fröhliches Werk ausgesucht worden.

Joseph Haydn, ohnehin ein Freund des Humors in der Musik, hat auch in seinem beliebten Oratorium "Die Schöpfung" mehrere feine humorvolle und ironische Einfälle untergebracht. Weil sich inzwischen herumgesprochen hat, dass bei den großen Oratorien-Abenden der Hauptkirche Qualität geboten wird, erfreuen sie sich zu Recht seit Jahren großer Beliebtheit. Auch diesmal waren die Kirchenbänke voll gefüllt, und erneut fand eine eindrucksvolle Aufführung ein begeistertes Publikum. Das Solistentrio war gut besetzt. Wie der seit Jahren bewährte Bass Thomas Peter erwies sich auch die Sopranistin Susanna Martin als stimmkräftig und sicher in den Koloraturen.

Als kultivierter Tenor gefiel Stephan Scherpe. Alle drei überzeugten in ihren Rezitativen und Arien, ebenso im Zusammenwirken in Duetten als Adam und Eva oder im Terzett der Erzengel Gabriel, Uriel und Raphael.

Nun lässt sich nicht übersehen, dass der Text, den der Baron Gottfried van Swieten aus englischen Quellen übersetzte, Stellen enthält, die nicht mehr in die heutige Zeit passen. Die wurden denn auch im Duett Adam und Eva von beiden Solisten darstellerisch auf die Schippe genommen. So sagt Eva zu Adam: "Dir gehorchen bringt mir Freude." Solche Sätze passen natürlich nicht ins Lehrbuch des modernen Feminismus. Mit Augenaufschlag, Händchenhalten und Küsschen gaben Sopran und Bass der Passage einen witzigen Anstrich. Den Zuhörern gefiel es, und Haydn hätte sicher nichts dagegen gehabt.

Voluminös klang der Chor, kombiniert aus der Kantorei der Evangelischen Hauptkirche Rheydt und dem Niederrheinischen Kammerchor Viersen-Dülken. Temperamentvoll gelangen die Chorpartien wie beispielsweise das bekannte "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes."

Das Orchester der Hauptkirchenkonzerte war in allen Gruppen gut besetzt und spielte mit einem guten Gesamtklang. Sicher und wohlklingend kamen die Soli in Flöten, Fagotten und Hörnern. Für die sorgfältige Einstudierung und den sicheren Zusammenhalt zeichnete wie gewohnt Kirchenmusikdirektor Udo Witt verantwortlich, der zusätzlich zum Dirigieren noch die zuverlässige Begleitung der Rezitative am Cembalo übernahm. Langer, enthusiastischer Beifall dankte ihm und allen Mitwirkenden.

Quelle: RP
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