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Mönchengladbach
Karnevalisten boykottieren Stadtmeisterschaft

Mönchengladbach. Nachdem sie sich im Vorjahreswettbewerb untereinander zerstritten haben, nahmen vier Karnevalsgesellschaften nicht teil. Von Christian Lingen

Es ist das große Kräftemessen zwischen Karnevalisten und Tanzsportlern. Das Freundschaftsturnier der Tanzsportfreunde Mönchengladbach, bei dem rund 600 Starter aus ganz Nordrhein-Westfalen 93 Tänze zeigten, war für die Mönchengladbacher Tänzer gleichzeitig die Stadtmeisterschaft im Gardetanz. In elf Disziplinen wurden diese ermittelt. Während im Schüler- und Jugendbereich die Konkurrenz sehr groß war, verkam die Hauptklasse zu einem Wettbewerb, in dem in einigen Disziplinen schon vor dem Turnier der Sieger feststand, weil es nur einen Starter gab. Nachdem es bei den Karnevalisten nach dem Turnier im Vorjahr zu Streitigkeiten gekommen war, nahmen gleich vier Karnevalsgesellschaften nicht teil.

Das tänzerische Können der Sportler und Karnevalisten hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker angeglichen. Die Wettbewerbe gewannen dadurch an Spannung. Da viele Karnevalisten es jedoch nicht gewohnt sind, sich einem Wettbewerb zu stellen und sich mit anderen zu messen, gibt es immer wieder Streit. So gab eine Garde nach der Siegerehrung im Schüler- und Jugendbereich ihren Pokal zurück, weil sie nicht den erhofften Platz belegte. Wie in jeder Sportart, in der Wertungsrichter über Sieg und Niederlage entscheiden, fühlen sich auch im Gardetanz einige ungerecht behandelt. "Wir haben eine externe Jury, von der die Teilnehmer bewertet werden", sagt Klaus-Peter Schmitz, Sportwart des Stadtsportbundes. Erstmals vergab der Verband neben Pokalen auch Urkunden. Weil beim eigentlichen Freundschaftsturnier nicht der Sport, sondern die Kameradschaft im Mittelpunkt steht, bekam jeder Starter einen Pokal.

"Wir sind stolz darauf, dass immer mehr Karnevalsgesellschaften an der Stadtmeisterschaft teilnehmen", sagt Klaus-Peter Schmitz. Dass nun ausgerechnet einige Mönchengladbacher Karnevalisten die Stadtmeisterschaft boykottierten, stimmt ihn traurig. "Das ist nicht schön für den Sport. Eine Meisterschaft sollte im fairen Wettkampf entschieden werden", sagt Schmitz. Der Stadtsportbund habe alles dafür getan, die Wertungen transparent zu gestalten. Im Sommer gab es sogar einen Informationsabend, bei dem die Wertungsklassen erklärt wurden. So erfuhren die Teilnehmer, dass auch Kleinigkeiten wie das Kostüm in die Wertung einfließen. Fehler oder das Verlieren eines Uniformteils führen zu Punktabzügen. So wurde die Tanzgarde der KG Die Kreuzherren Wickrath von der Wertung des Freundschaftsturniers ausgeschlossen, weil sie nur aus fünf statt der geforderten sechs Tänzerinnen bestand. In der Wertung für die Stadtmeisterschaft durften sie jedoch antreten. Für den ersten Platz reichte es jedoch nicht.

Quelle: RP
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