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Mönchengladbach
Textil-Technikum mit viel Leben drin

Mönchengladbach. Die Maschinenhalle im Monforts-Quartier beherbergt jetzt die Textilmaschinen-Sammlung vom Museum Schloss Rheydt. Die Webstühle sind nicht nur funktionstüchtig, sie werden auch benutzt. Am Sonntag ist die offizielle Eröffnung. Von Inge Schnettler

Ist es ein Museum? Nein, es ist kein Museum! Es ist eine Maschinenhalle mit Webstühlen aller Art, mit einer Dampfmaschine, einer Vitrine mit 4000 Flaschen mit bunten Farben, und vielen anderen Gerätschaften, die an Mönchengladbachs Hochzeit als bedeutender Textilstandort erinnern. Über viele Jahre hat die Stadt diese Relikte gesammelt, das Museum Schloss Rheydt war zunächst deren Heimstatt, später wurden sie ausgelagert - zuletzt in die Boetzelen-Höfe. Jetzt sind sie in dieser wunderbaren Halle angekommen - im Textil-Technikum im Monforts-Quartier an der Schwalmstraße, das am kommenden Sonntag - am Tag des offenen Denkmals - eröffnet wird.

Mitten in der riesigen Maschinenhalle ist ganz viel Platz. Der jederzeit genutzt werden kann für Veranstaltungen, Präsentationen, demnächst vielleicht sogar standesamtliche Eheschließungen. Denn: "Hier müssen Dinge passieren." Das sagt Kulturdezernent Dr. Gert Fischer. Wie das spannende Technikum zu nutzen ist, haben Studenten der Hochschule Niederrhein bereits ausprobiert. Garne, die sie aus recyceltem Material hergestellt hatten, wurden an den Textilmaschinen auf ihre Tauglichkeit getestet. Und die große Leere inmitten der Halle - die wurde und wird von Thorsten Neumann bespielt. "Wir machen die ganze Angelegenheit schmackhaft", flachst der Mann, der im gleichen Gebäudetrakt das Restaurant "Kette & Schuss" betreibt - wo es übrigens auch die Eintrittskarten für das Textil-Technikum gibt. Selbst während des aufwändigen Einbaus der Maschinen in der Halle hat Neumann unverdrossen für seine Location geworben - auch auf der Baustelle. "Im kommenden Jahr sind wir mit einer großen Veranstaltung an einem Kongress beteiligt, der hauptsächlich in Düsseldorf stattfindet", verrät er. Er sei halt unterwegs und hole die Leute nach Mönchengladbach. "Mann muss ordentlich rasseln", sagte Neumann, "dann klappt das auch." Der Erfolg gibt ihm recht.

Viele Spenden und die Unterstützung durch die Otto-von-Bylandt-Gesellschaft haben den Umzug der Textilmaschinen von den Boetzelen-Höfen in die neue Halle ermöglicht. Und viele Hände, die mit anpackten. Beispielsweise die der beiden Webmeister Karl-Heinz Engeln und Holger Hellwig, die nicht nur die absoluten Fachleute auf ihrem Gebiet sind. Sie haben außerdem pädagogische Qualifikationen, die sie befähigen, zwölf Langzeitarbeitslose, die die Bildungs-GmbH der Stadt einsetzt, anzuleiten. "Sie haben in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen des Museums Schloss Rheydt die Maschinen auf- und abgebaut, zusammengesetzt und repariert", sagt Geschäftsleiterin Susanne Wallrafen.

Am Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, beginnt das Eröffnungsprogramm im Textil-Technikum um 13 Uhr mit Führungen, Demonstrationen und Modenschauen von Studenten der Hochschule Niederrhein. Der deutsche Tag des offenen Denkmals ist Teil der europaweiten Kampagne "European Industrial and Technical Heritage Year 2015". Neben dem Textil-Technikum nehmen auch die Schriefersmühle und der städtische Hauptfriedhof teil (Berichte folgen).

Quelle: RP
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