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Messerangriff in Mönchengladbach
16-Jähriger soll auf Jugendliche eingestochen haben

Messerangriff in Mönchengladbach: 16-Jähriger soll zugestochen haben
Vor einem Lokal an der Waldhausener Straße soll ein 16-Jähriger zwei junge Männer niedergestochen und schwer verletzt haben. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. In der Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertag wurden in Mönchengladbach zwei Jugendliche mit einem Messer angegriffen. Nun hat ein Richter Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Täter erlassen.  Von Gabi Peters

Die Tat geschah bereits am zweiten Weihnachtstag: Gegen 2.45 Uhr geraten zwei junge Männer vor einer Gaststätte an der Waldhausener Straße mit einer fünfköpfigen Gruppe in Streit. Es geht um eine Lappalie, trotzdem eskaliert die Situation. Ein Messer wird gezückt, zwei Menschen werden schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft wertet die Tat als versuchtes Tötungsdelikt. Bei der Polizei wird die Mordkommission "Black & White" eingerichtet.

Wer in jener Nacht in der Altstadt zustach, war zunächst nicht klar. Deshalb gehen Staatsanwaltschaft und Polizei auch erst jetzt mit dem Fall an die Öffentlichkeit. Denn seit Dienstag sitzt ein 16-jähriger, dringend Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Farid B. soll im Verlauf der tätlichen Auseinandersetzung den 18- und 19-jährigen Opfern zweimal in den Oberkörper gestochen haben. Wie Staatsanwalt Benjamin Kluck am Dienstag mitteilte, seien die jungen Männer lebensgefährlich verletzt worden, nach einer stationären Behandlung im Krankenhaus aber mittlerweile wieder wohlauf.

Zunächst hatte es fünf Tatverdächtige gegeben: vier Jugendliche und einen 18-Jährigen. Sie waren nach der Messerstecherei geflüchtet, hatten die beiden Verletzten einfach zurückgelassen. Eine Tatwaffe konnte die Polizei nicht finden.

Videoüberwachung überführte Täter

Im Rahmen der Ermittlungen konnten alle fünf Tatverdächtigen ermittelt werden. Vier Jugendliche (16, 17, 17, 17 Jahre) sind in einer Jugendwohneinrichtung in Mönchengladbach untergebracht. Der fünfte Verdächtige (18 Jahre) wohnt in Mönchengladbach. Alle haben gestanden, an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen zu sein, bestritten jedoch bei ihren polizeilichen Vernehmungen, "zugestochen" zu haben. Durch Zeugenaussagen wurde der 16-jährige Farid B. belastet. Er bestritt bei der Polizei jedoch vehement, bei dem Streit ein Messer eingesetzt zu haben. Jetzt schweigt er laut Staatsanwalt.

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Nach umfangreichen Auswertungen der Bilder aus der Videoüberwachungsanlage Alter Markt und zeitintensiven Spurenuntersuchungen an der Bekleidung der Opfer beim Landeskriminalamt konnte letztlich der dringende Tatverdacht gegen Farid B. als "Messerstecher" erhärtet werden, sagt Kluck. Ein Haftbefehl wegen zweifach versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung wurde erlassen. Die Ermittler nahmen den 16-Jährigen in seiner Unterkunft fest. Er wurde am Dienstag einem Richter vorgeführt, der die Untersuchungshaft anordnete. Wie Polizeisprecherin Isabella Hannen sagte, sind alle Tatbeteiligten wegen Eigentumsdelikten polizeibekannt.

Quelle: RP
 
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