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Mönchengladbach
Millionen-Geldspritze für die Radrennbahn

Mönchengladbach: Millionen-Geldspritze für die Radrennbahn
FOTO: Theo Titz
Mönchengladbach. Das Land NRW fördert den Ausbau der Sportanlage Radrennbahn mit 2,15 Millionen Euro. Das Geld kommt aus einem Programm zur Integration von Flüchtlingen. Von Andreas Gruhn

Die Sportanlage an der Radrennbahn wird zu einem modernen Ort der Begegnung ausgebaut. Mit Multifunktionsgebäude und modernen Freizeitanlagen. Das Land hat gestern die Zusage bekanntgegeben, 90 Prozent der Kosten in Höhe von 2,3 Millionen Euro zu übernehmen. Genau 2,15 Millionen Euro fließen aus Düsseldorf, um das Areal zu einem modernen Ort der Begegnung und Integration zu machen. "Nachdem wir für den Sportpak Rheydt keine Bundesmittel bekommen haben, freut es uns umso mehr, dass wir mit dem Projekt zum Zug kommen", sagte Harald Weuthen, Leiter des Fachbereichs Schule und Sport. Die Stadt hatte die Planung in nur wenigen Wochen von Ende Dezember bis Mitte Januar auf die Beine gestellt, um rechtzeitig die Bewerbung für das Förderprogramm des Landesbauministeriums einzureichen. Das Gladbacher Projekt hat die Jury des Landes offenkundig überzeugt.

Denn das Förderprogramm war vielfach überzeichnet: 184 Kommunen hatten Mittel für insgesamt 402 Projekte im Gesamtvolumen von rund einer halben Milliarde Euro beantragt, sagte Minister Michael Groschek (SPD) gestern. Es gab aber nur 72 Millionen Euro, also einen Bruchteil der beantragten Summe, zu verteilen. 147 Projekte wurden ausgewählt. Und davon bekommt Gladbach mit 2,15 Millionen Euro den viertgrößten Teil.

Mit dem Geld will die Landesregierung Baumaßnahmen in Kommunen unterstützen die das Ziel haben, die Integration von Flüchtlingen zu fördern. Und genau das ist auf der neuen Anlage im Volksgarten vorgesehen: Der Neubau eines Multifunktionsgebäudes mit Umkleideräumen, einem Schulungsraum, einem Multifunktionsraum mit Teeküche, Nebenräumen, Technikraum, Lagerräumen und Toiletten soll auch etwa für Sprachkurse für Flüchtlinge und andere Angebote wie Mutter-Kind-Gruppen genutzt werden - und das in einem Stadtteil, in dem derzeit deutlich mehr als 600 Flüchtlinge untergebracht sind. Bisher finden solche Angebote für die Asylbewerber, die auf der Krall'schen Wiese, in Pesch und in Lürrip leben, in Kirchenräumen und in einer alten Garage am Fleenerweg statt. "Die neue Anlage wird die Integrationsarbeit im Quartier Volksgarten-Pesch ganz neu justieren", sagt Weuthen.

Auf dem Außengelände sollen eine ovale Kunststoffspielfläche, einen Skaterplatz, eine Parcours-Anlage, eine 100-Meter-Sprintstrecke, Aufenthaltsflächen im Freien und einen beleuchteten Jogging-Pfad mit Fitness-Geräten erhalten, der einmal um das gesamte Areal herumführt. "Wir wollen moderne und zeitgemäße Räume der Begegnung schaffen", sagt Harald Weuthen. "Eine offene, helle Anlage ohne Angsträume mit hoher Aufenthaltsqualität." Das Büro Geo 3 für Freiraumplanung hat das Konzept erarbeitet, das Vereinssport, Schulsport, Breitensport sowie Freizeit- und Bildungsangebote miteinander verbinden soll. Die Planung soll den für dieses Jahr vorgesehenen, rund 650.000 Euro teuren Neubau des Kunstrasenplatzes, auf dem der Polizei SV seine Spiele austrägt, ergänzen. Die Planung für ein neues Umkleidehäuschen, das der Verein an der Stelle mit einem Zuschuss von 200.000 Euro von der Stadt bauen wollte, ist damit hinfällig.

Nun beginnen die detaillierten Planungen für die Anlage, die noch in den politischen Gremien beschlossen werden müssen. Baubeginn könnte je nach Witterung Anfang 2017 sein, und im Spätsommer könnte die neue Anlage in Betrieb gehen. Frank Boss (CDU), Vorsitzender des Sportausschusses, jubelte gestern nach der Zusage des Landes: "Das ist eine Riesensache für den Stadtteil und die ganze Stadt. Jetzt müssen wir uns Gedanken machen, wie wir den Sportpark Rheydt nach der Absage des Bundes noch umsetzen können."

Quelle: RP
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