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Mönchengladbach
Musik Mittendrin: Das Fest der Kulturen

Mönchengladbach: Musik Mittendrin: Das Fest der Kulturen
Die portugiesische Cavaquinhos-Gruppe "Cantem Connosco" fühlt sich der traditionellen Musik Portugals verpflichtet. Chorleiter Uli Tings spielt wie auch einige andere Chormitglieder die Cavaquinho, eine kleine viersaitige Gitarre, die nur in Portugal und Brasilien verbreitet ist. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Fast sieben Stunden lang traten Musiker, Sänger und Tänzer im Theater im Gründungshaus mitten in Eicken auf. Zum Programm der Nationen gab es ein reichhaltiges, internationales Buffet. Veranstalter war die Volkshochschule. Von Angela Wilms-Adrians

Mitten in Mönchengladbach und doch zugleich hinein versetzt in die weite Welt, mochten sich die Besucher im TiG zum Festival "Musik Mittendrin" fühlen. So bunt, wie der Schriftzug im Programmheft, so farbenfroh und vielfältig war das Angebot der Tänze und Musikbeiträge. Mit "Mittendrin" waren die Begegnung unterschiedlicher kultureller Besonderheiten wie auch der Genuss fremder Speisen gemeint. Im etwa siebenstündigen Programm galt es zum Beispiel die afrikanische Trommlergruppe "Afrika dof fal", griechischen, spanischen und orientalischen Tanz sowie einen internationalen Querschnitt an Liedgut zu erleben und zu genießen. Die Akteure aller auftretenden Gruppen sind in Mönchengladbach beheimatet.

"Wir sind überwältigt", stellte Frank Füser, Fachbereichsleiter Weiterbildung und Musik, angesichts des anhaltend großen Besucherandrangs euphorisch fest und ergänzte: "Wir haben hier eine unheimlich reiche Kulturlandschaft von Menschen mit Migrationshintergrund, und diese Buntheit wollen wir musikalisch darstellen". Bei den Akteuren war die Begeisterung offensichtlich ebenso groß. Wegen der vielen Bewerbungen zu der von der Volkshochschule organisierten Veranstaltung wurden dieses Mal einige Gruppen eingeladen, die beim Auftakt im vergangenen Jahr nicht berücksichtigt werden konnten. "Die Stimmung ist toll", befand auch Monika Hintsches. Die Sängerin, Chorleiterin und Kabarettistin moderierte und war - gemeinsam mit dem Pianisten Janek Wilholt - ebenso musikalisch beteiligt.

Die portugiesische Cavaquinhos-Gruppe "Cantem Connosco" fühlt sich der traditionellen Musik Portugals verpflichtet. Chorleiter Uli Tings spielt wie auch einige andere Chormitglieder die Cavaquinho, eine kleine viersaitige Gitarre, die nur in Portugal und Brasilien verbreitet ist. Maria José Alves Ferreira, die vor 49 Jahren als zweijähriges Kind nach Mönchengladbach kam, singt in diesem Chor, weil hier die Lieder gesungen werden, die bereits ihre Mutter und Großmutter kannten.

Zu deutschen Volksweisen, aber auch englischen Liebesliedern und französischen Chansons unternahm das von Nadja Ammari geleitete Vokalensemble Amaryllis im Wechsel von lebhaften und ruhigen Beiträgen schon für sich eine kleine musikalische Reise. "Wir wollen neue Arten der Musik kennenlernen und freuen uns dabei zu sein", schwärmte die Musikerin und Musikpädagogin Ammari, der neben der Musik das Gespräch mit den anderen Beteiligten besonders wichtig war.

Das interkulturelle Tanzensemble "My Flamenco" brachte heißblütiges Temperament ins TiG. Die Damen traten mit roten Blüten im Haar und prächtigen Volants an den schwingenden Röcken. Wie ein Märchen aus 1001 Nacht muteten die Tänze von Meggi und der Orientalischen Tanzgruppe Raqs Alimah an. In glitzernden Gewändern ließen die Damen die Hüften kreisen und die Arme schlangenartig im Rhythmus wiegen. Staunend hielt mancher den Atem an, als drei Tänzerinnen mit vielarmigen Leuchtern und brennenden Kerzen auf dem Kopf balancierend auftraten.

Quelle: RP
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