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Mönchengladbach
Pläne für ein Demenzzentrum

Mönchengladbach. Aus der Hardterwaldklinik will ein Investor ein Modellzentrum für die Behandlung der Volkskrankheit Demenz machen. Die Verhandlungen mit der Stadt laufen. Die würde die Geriatrie ins Elisabethkrankenhaus verlagern. Von Ralf Jüngermann

Die Wuppertaler Antonius-Kliniken sind an der Einrichtung eines neuartigen Demenzzentrums für Betroffene und Angehörige im Hardter Wald interessiert. Das bestätigte gestern der Geschäftsführer der Kliniken, Michael Kaufmann, der Rheinischen Post.

"Wir haben unseren Hut in den Ring geworfen, weil wir den Standort für absolut ideal halten", so Kaufmann. Das kann Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, gut nachvollziehen: "Die Umgebung ist für so eine Einrichtung hervorragend geeignet", so Jacobs.

Schafe und Hunde

Der AOK-Chef plädiert für einen völlig neuartigen Ansatz, der Patienten und Angehörige eine breite Palette von Angeboten macht. "Es muss möglich sein, einen Angehörigen auch mal nur für zwei oder drei Tage in einer solchen Klinik unterzubringen", so Jacobs. Geschäftsführer Kaufmann betont, dass es auch für die oft stark belasteten Angehörigen von Demenzkranken in einem solchen Zentrum Angebote geben solle.

Die Wuppertaler Antonius-Kliniken haben bereits eine geriatrische Klinik mit 260 Betten. Dort gibt es einen Therapiegarten, in dem auch Schafe und Hunde bei der Behandlung zum Einsatz kommen, und eine Akademie für Angehörige.

Kaufmann nennt Demenz "die Volkskrankheit der Zukunft". Jacobs hält die Kombination von Geriatrie und Demenzklinik für besonders erfolgversprechend. Er glaubt, dass es für ein derartiges Modellprojekt auch Fördergelder von Bund und EU geben könnte.

Die Wuppertaler Antonius-Kliniken würden das Projekt gerne gemeinsam mit den Städtischen Kliniken umsetzen. Allerdings haben nach Informationen der RP auch andere Kommunen schon Interesse an einem Demenzzentrum signalisiert. "Die schlechteste Lösung für diesen wunderbaren Standort wäre es einfach abzuwarten", so Jacobs. Dann bestehe die Gefahr, dass Gladbach einmal mehr durch Zaudern ein innovatives Projekt verliere.

Oberbürgermeister Norbert Bude (SPD) wollte gestern lediglich bestätigen, dass Gespräche geführt werden. Wie die RP erfuhr, hat der Aufsichtsrat der Städtischen Kliniken aber bereits geschlossen, dass die Geriatrie, die bislang in der Hardterwaldklinik untergebracht ist, aus Kostengründen auf das Gelände der Elisabethklinik verlegt werden soll. Dort soll dafür neu gebaut werden. Damit wäre in der Hardterwaldklinik Platz für ein Demenzzentrum.

Norbert Post (CDU) hält die Pläne auch deshalb für gut, da sich durch die Nähe zu den Forschungsstandorten Köln, Bonn und Jülich auch eine Möglichkeit zu angewandter Wissenschaft ergebe. Allerdings müsse man zunächst noch die Folgen, die eine solche Einrichtung für die Stadt haben könnte, genauer prüfen.

Quelle: RP
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