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Mönchengladbach
Rheydt: Auf der Suche nach der Eleganz

Mönchengladbach: Rheydt: Auf der Suche nach der Eleganz
Links: Einst präsentierte sich die Innenstadt von Rheydt als elegante Flaniermeile. Rechts: Hannah von Dahlen und Eva Uebe haben für ihre Ausstellung Fassaden und Details fotografiert. FOTO: : Stadt, von Dahlen, Uebe
Mönchengladbach. Hannah von Dahlen und Eva Uebe zeigen ab Samstag Fotografien, die einen ganz neuen Blick auf Rheydts Fassaden zulassen. Sie haben bemerkenswerte Schönheiten entdeckt - farbige Fassaden, Fliesen, manchmal auch nur ein Detail. Von Inge Schnettler

Der Stadtteil Rheydt, so wie wir ihn heute kennen, ist ein ziemlich neues Gebilde. Das alte Rheydt ist in den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs verschwunden, als 80 Prozent der Architektur rund um die Hauptkirche zerstört wurde. Zeitzeugen erinnern sich noch mit Schrecken an die Gluthitze, in der die Stadt zu schmelzen schien. Es wurde immer wieder berichtet, dass der Asphalt gebrodelt habe. Große Teile der zerstörten Stadt liegen unter dem Monte Klamotte am Rheydter Stadtwald.

Für den Wiederaufbau nach dem Krieg steht der Name des Architekten Alfons Leitl. Seine Vision: eine klare Formensprache, exakt strukturierte Fensterfronten und markante Vor- und Rücksprünge. Als Stadtplaner erfand er die Stadt Rheydt neu. Und inzwischen haben viele Menschen Interesse und Freude an den Architekturen Leitls entwickelt. Ende 2012 stellte das Amt für Denkmalpflege beim Landschaftsverband Rheinland die Denkmalfähigkeit der Architektur Leitls fest. Es entstand das mehr als 100 Seiten starke "Gestaltungs- und Modernisierungshandbuch".

Die Mediendesignerin Hannah von Dahlen und die Kunsthistorikerin Eva Uebe haben sich auf die Suche begeben. Im vergangenen Jahr haben die beiden im Rahmen des Projektes "MG anders sehen" eine gemeinsame Idee umgesetzt - es geht um Eleganz. Hannah von Dahlen schuf die Fotos, die Kunsthistorikerin schrieb die Texte. Und jetzt können die Gladbacher wieder auf Entdeckungstour gehen. Unter dem Motto "Auf der Suche nach der verlorenen Eleganz" präsentieren Hannah von Dahlen und Eva Uebe zum zweiten Mal Fotografien von Architektur der Nachkriegszeit. Dafür waren sie in Rheydt unterwegs und wurden auch dieses Mal fündig.

"Was nicht verwunderlich ist, denn einst präsentierte sich die Innenstadt von Rheydt als elegante Flaniermeile", sagen sie. "Klare Formen, gewagte Farbigkeit und viel Platz zum Bummeln und freie Sicht nach oben luden zum Verweilen ein." Die Leitl-Architektur hatte neue Schwerpunkte gesetzt. Ein Leitlinienplan hatte damals vorgeschrieben, was wo und wie gebaut werden durfte.

Auch die Reklame sollte nicht von der Architektur ablenken und sich in das Bild einfügen, deswegen musste jede anzubringende Leuchtreklame genehmigt werden. "Das Ergebnis konnte sich sehen lassen und kann es in Teilen noch heute", betonen Eva Uebe und Hannah von Dahlen. Und das beweisen ihre ausgestellten Fotografien. Zu sehen sind strukturierte und farbige Fassaden, Mosaikfliesen, manchmal auch nur ein Türgriff oder golden eloxierte Fensterleisten. Das Fazit der Ausstellungsmacherinnen: "Die Architektur der 1950er und 60er Jahre mit ihrer ganz eigenen Eleganz ist noch heute in Rheydt erlebbar und könnte mit etwas Pflege und Beachtung wieder hergestellt werden."

Die Ausstellung "Auf der Suche nach der verlorenen Eleganz" wird im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms "Soziale Stadt" mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Bundes sowie der Landesregierung Nordrhein-Westfalen kofinanziert.

Die Eröffnung ist am kommenden Samstag, 11. April, um 17 Uhr in der Galerie Markt-Garage mitten auf dem Rheydter Marktplatz. Bis zum 8. Mai sind die Fotografien während der Öffnungszeiten des Parkhauszugangs zu sehen. Die Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch, 7 bis 20 Uhr, Donnerstag und Freitag, 7 bis 21 Uhr, und Samstag, 7 bis 19 Uhr. Am Samstag, 11. April, ist die Vernissage von 17 bis 19 Uhr, die Finissage findet statt am Freitag, 8. Mai, von 18 bis 21 Uhr.

Quelle: RP
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