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Lokalsport
Kauven hängt sich rein und siegt im Matsch

Lokalsport: Kauven hängt sich rein und siegt im Matsch
Das harte Training, unter anderem auf dem Trimm-Dich-Pfad in Hardt, hat sich für Marcel Kauven ausgezahlt. Er gewann in Weeze die Marathondistanz. FOTO: ame
Extremsport. Beim "Mud Masters" in Weeze gewinnt der Gladbacher Extremsportler überraschend die Marathondistanz - mit viel Wut im Bauch. Von Georg Amend

Marcel Kauven war mit dem Ziel nach Weeze gereist, die Marathondistanz beim nach Angaben des Veranstalters größten Hindernislauf der Welt zu schaffen. Ans Gewinnen hatte der Gladbacher nicht gedacht. Doch dann packte ihn erst der Ehrgeiz und danach die Wut - am Ende stand der 27-Jährige ganz oben auf dem Treppchen. Und hatte ein wenig auch der Gerechtigkeit zum Sieg verholfen.

Was war passiert? "Ich bin die halbe Strecke mit einem anderen Sportler aus Kleve zusammen gelaufen", berichtet Kauven. "Da haben wir irgendwann gehört, dass wir auf Position zwei liegen. Das fanden wir schon mega-geil." Rund sieben Kilometer vor dem Ende der 42 Kilometer langen Distanz ließ sein Nebenmann aber ein wenig abreißen. "Ich habe noch versucht, ihn mit Winken zu pushen, aber das hat nicht mehr geklappt", erinnert sich der Gladbacher, der kurz darauf seine Eltern am Wegesrand sah: "Die haben mir zugerufen: ,Der Führende ist gerade vorbei - und hat das nächste Hindernis ausgelassen!' Dass jemand so ehrlos sein kann, hat mich wütend gemacht - da habe ich Gas gegeben", sagt Kauven.

Und tatsächlich holte er den Führenden ein, der prompt wieder nicht astrein agierte: "Da war ein Hindernis, das man zweimal überqueren musste", berichtet der Gladbacher. "Er hat das aber nur einmal gemacht. Ich hab' noch gerufen, dass er da zweimal drüber muss, er hat aber nur abgewinkt und gemeint: ,Das passt schon.'" Das sah Kauven wieder anders, überquerte das Hindernis regelkonform zweimal und holte den Konkurrenten wieder ein. "Er hat mich da gefragt, ob ich auch auf der dritten und letzten Runde sei. Und nach dem, was er vorher so gemacht hat, hab' ich einfach gesagt, es wäre mein zweite. Da meinte er: ,Gut, ich bin nämlich schon kaputt.' Ich bin dann weitergelaufen - und im Ziel hat er blöd geguckt."

Denn so hatte Kauven nach den 42 Kilometern und 113 Hindernissen gewonnen, rund 5:12 Stunden hatte er dafür benötigt, was fast anderthalb Stunden schneller als zuletzt war. Das harte Training, unter anderem auf dem Trimm-Dich-Pfad in Hardt, hatte sich ausgezahlt. "Ich habe zwar am Ende schon unheimlich die Beine gemerkt, und den unteren Rücken auch. Da waren Hindernisse, wo man mit einem 20-Kilo-Sandsack hoch und runter laufen musste. Aber die Wut hat geholfen", sagt Kauven, der sich in der mit 100 Sportlern ausverkauften Marathondistanz auch gegen einen unfairen durchgesetzt hat.

Quelle: RP
 
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