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Paukenschlag in Jüchen: VfL und Trainer Otten trennen sich

Lokalsport: Paukenschlag in Jüchen: VfL und Trainer Otten trennen sich
FOTO: Picasa
Fussball. Wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Weiterentwicklung des Teams mach Otten Schluss. Nachfolger wird sein Kapitän. Von Kurt Theuerzeit

Idylle, Beschaulichkeit, Kontinuität, nach außen hin vielleicht ein wenig langsamer als andere Klubs, aber keineswegs ohne Ehrgeiz, ohne Philosophie und klare Perspektive. So kann, so muss man den VfL Jüchen wohl kennzeichnen. Vor diesem Hintergrund ist es dann auch als kleine Sensation zu verstehen, was sich beim Landesligisten gestern ergeben hat: Verein und Trainer Dicky Otten trennen sich nach einer recht erfolgreichen Hinrunde. Kapitän Sebastian Muyres wird Nachfolger, Philipp Reichartz Co-Trainer. Eine derart überraschende, plötzliche Trennung war in Jüchen nicht wirklich zu erwarten. Doch nach einem Gespräch zwischen Otten und dem Vorsitzenden Christoph Sommer wurde deutlich, dass sich im Hinblick auf die kommende Saison schon gravierende Unterschiede ergaben.

Otten, der gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, dürfte wohl davon ausgegangen sein, dass der Mannschaft eine Reihe junger Talente gut tun würden. Etliche Leistungsträger sind schon älter und damit auch verletzungsanfälliger.

Auf der anderen Seite will Sommer nicht von der Vereinsphilosophie Abstand nehmen: "Wir legen Wert auf Kontinuität. Sicher brauchen wir auch neuen Wind, aber keinen Sturm. Umbrüche wollen wir behutsam angehen. Damit sind wir in der Vergangenheit gut gefahren. Das Vereinsleben ist uns wichtig, und dazu gehören auch die Spieler, die uns über Jahre in die Landesliga gebracht haben", sagt er.

Die Standpunkte zwischen Vorstand und Trainer waren konträr, allerdings keineswegs das zwischenmenschliche Verhältnis. Das war letztlich auch die Grundlage, um sich darüber einig zu werden, dass man sich jetzt schon trennt und ein Trainerteam installiert, das sich mit einer behutsamen Weiterentwicklung des Kaders anfreunden kann.

An dieser Stelle setzt Jüchen nun auf die Jugend. Sebastian Muyres und Philipp Reichartz sind beide 30 Jahre alt, gehören eigentlich noch zum Kader. Der neue Chef Muyres hatte bei seiner Vorstellung bei der Mannschaft zunächst schon ein wenig Bammel: "Als Kapitän habe ich natürlich schon häufiger zu der Mannschaft gesprochen. Das war dieses Mal anders und ungewohnt, aber es hat wohl geklappt", sagt er. Während er nur in Notfällen noch spielen will, wird sein Co-Trainer weiter die Defensive zusammenhalten.

"Wir werden nun heute und morgen mit zwei Einheiten versuchen, uns optimal auf die Partie in Niederwenigern vorzubereiten. Wir sollten dort punkten, weil es sich um einen direkten Konkurrenten für den Klassenerhalt handelt", sagt Muyres. Allerdings gibt er auch zu, dass die gesamte Vorbereitung nicht so optimal gelaufen ist. Vielleicht war die mangelnde Beteiligung auch ein Grund, weshalb Otten nicht mehr zufrieden war.

Quelle: RP
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