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Lokalsport
TVK quält sich zum Klassenerhalt

Handball, 3. Liga. Im Derby gegen Langenfeld geht der Handball-Drittligist erst am Ende in Führung und bringt sie über die Zeit. Von Georg Amend

Die prägnanteste Analyse mutmaßlich der gesamten Saison gab es von Dennis Werkmeister: "Das ist sehr bitter für uns", sagte der Trainer der SG Langenfeld. "Wir haben 54 Minuten ein gutes Spiel gemacht, dann haben wir den Kopf verloren. Insgesamt haben wir zu viele Überzahlsituationen nicht genutzt. Deswegen haben wir zu Recht verloren." Gemeint war die 27:28 (16:15)-Niederlage beim TV Korschenbroich, der wiederum mit diesem Sieg den Klassenerhalt auch rechnerisch fix machte.

TVK-Trainer Ronny Rogawska sah ebenfalls die 54. Minute als "Knackpunkt. Bis dahin waren wir dran, aber nur dran." Dann kam aber die genannte Minute, als Justin Müller per Kempa-Trick traf, also den Pass von Linksaußen Max Zimmermann beim Sprung in den Kreis in der Luft annahm und zum 25:25 im Tor versenkte. Dazu gab es eine Zeitstrafe gegen Langenfelds André Eich, weil er Müller in den Körper gesprungen war - davon erholten sich die Gäste in der Waldsporthalle nicht mehr. Sie müssen weiter um den Klassenerhalt bangen, den der TVK nun sicher hat, weil er in den letzten Minuten mehr richtig machte als der Kontrahent.

Zwar gab es das Ritual, dass die Korschenbroicher Spieler sich auf den Boden setzen und von den Fans zur "Humba" rufen lassen, um dann gemeinsam aufzuspringen und zu jubeln, doch so richtig nach Feiern war ihnen nicht. Zu überfällig war der Klassenerhalt, zu schwach das Derby gewesen. "Zum Ausrasten ist mir nicht zumute", sagte da auch Manager Kai Faltin. "Ich bin glücklich über den Klassenerhalt, aber zum Spiel möchte ich nichts sagen."

Das übernahm Rogawska: "Das ist nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Vorne war es zu statisch, hinten fehlte die Aggressivität. Die war erst nach dem Kempa auf Justin da." Nach dem zweiten, denn denselben Trick hatte der Spielmacher schon in Halbzeit eins erfolgreich abgeschlossen, da nach Zuspiel von Peer Pütz von der anderen Seite. Müller war nicht nur wegen dieser beiden Tore einmal mehr der beste Mann des TVK. Zwar fiel es dem Regisseur schwer, seine Nebenleute in Geschwindigkeit zu bringen, aber mit seiner Dynamik war er nur schwer zu kontrollieren. Ein Beispiel: An den letzten sechs Toren vor der Pause war er an fünf durch Anspiele oder Treffer direkt beteiligt. Nur so blieb der TVK zur Pause im Spiel, ging in der 56. Minute erstmals in Führung und quälte sich dann zum Klassenerhalt.

TVK: Jäger (1. bis 18. Minute / 1 Parade), Krüger (7 / davon bei einem Siebenmeter) - Schiffmann (9 Tore), Backhaus (4), Stassen (nicht eingesetzt), Pütz (1), Jennes, Brinkhues (1), Jagieniak (1), Müller (5), Zimmermann (7 / davon 2 per Siebenmeter). Zeitstrafen: Schiffmann (2), Backhaus, Jennes, Müller - Thöne, Eich, Menzlaff.

Quelle: RP
 
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