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Konzert im Sparkassenpark
Sting: Englishman in Mönchengladbach

Sting-Konzert: Englishman in Mönchengladbach
Um kurz nach 8 Uhr am Abend begann Sting mit seiner Band mit dem Konzert im Sparkassenpark. FOTO: RP-Fotos (2) Jörg Knappe
Mönchengladbach. Das einzige Deutschlandkonzert in diesem Sommer lockte mehr als 13 000 Besucher in den Sparkassenpark. Der Brite zeigte sich vom ersten Moment an als großer Gentleman und hatte das Publikum nach zwei Minuten fest im Griff. Von Nadine Fischer und Kilian Tress

So gehört es sich für einen echten Gentleman. Er ließ zum einen nicht lange auf sich warten und zum anderen grüßte er seine Gäste noch in der Landessprache: "Guten Abend meine Damen und Herren", sprach Sting fast akzentfrei ins Mikrofon. Zurück schallte lauter Applaus und Jubel von den Rängen.

13 000 Gäste hatten sich für das gestrige Sting-Konzert im Sparkassenpark Karten ergattern können. Darunter auch Borussia Mönchengladbach-Trainer Lucien Favre. "Aber nur etwa zehn Prozent kommen wirklich aus der Stadt", sagt Sparkassenpark Geschäftsführer Michael Hilgers. Die Kennzeichen der Autos auf den Parkplätzen beweisen, dass halb Nordrhein-Westfalen zu Gast ist. Und jeder Euro hat sich für das einzige Sommer-Konzert des Briten in Deutschland gelohnt.

Sting (63), bürgerlicher Name Gordon Matthew Thomas Sumner, mit dem fast schon gewohntem Anblick mit Rauschelbart und zurückgegelten Haaren, zog das Publikum schnell in seinem Bann. "Und jetzt alle" rief er wieder auf Deutsch und sang die Songs "If I Ever Lose My Faith In You" und kurz danach "Englishman in New York". Den ersten Damen perlten die Freudentränen über die Wangen. Sie sangen lautstark mit. Männer spielten Luftgitarre.

Die etwa zwei Stunden Konzert waren geprägt von Stings Solo-Liedern. "Er spielt sehr viel vom Album "Ten Summoner's Tales" befand die 52-Jährige Britta Blasius aus Krefeld. Sie hatte mit ihrem Freund auf der Tribüne Sitzplätze gebucht. Auf ihren Lieblingssong dieses Albums aus dem Jahr 1993 musste sie nicht lange warten. Als die Sonne langsam hinter der Tribüne abtauchte, färbte sich der Himmel in ein leichtes rot. Der perfekte Moment für "Fields of Gold." Britta Blasius blickte verträumt auf die Bühne, bewegte ihre Lippen und flüsterte den Text mit. Gänsehautatmosphäre herrschte im Park.

Im Innenraum stand Sam zwischen Tausenden Fans. Er, 27 Jahre alt, Engländer, war über Amsterdam mit dem Zug aus London angereist. Fields of Gold ist sein absoluter Lieblingssong; das Lied, das ihn ewig an seine Kindheit erinnern wird. "Ich war acht Jahre alt und hörte bei einem Freund im Nachbarhaus in London zufällig dieses Lied. I get stucked", sagt er auf Englisch. "Ich blieb hängen." Auf Sting. So stark, dass er die Insel zusammen mit drei Freunden für nur wenige Stunden verlässt, um in Mönchengladbach diesen Moment zu erleben. Doch immer wieder erklangen im Sparkassenpark auch die alten Police-Klassiker. Darunter "Walking on the Moon" und "Message in a Bottle". Das Publikum bedankte sich mit lautem Applaus, der nur langsam abklang.

Im Anschluss folgte wieder der 90er Jahre Sting mit "Shape of my Heart". Aber Sting, ganz Gentleman, weiß es auch sich zurückzunehmen, den Fokus trotz seines Ruhms auf die Musiker zulegen, die im Hintergrund in seinem Rücken agieren.

Immer wieder gibt er den Künstlern Zeit in Violinen-, Gesang- oder Schlagzeugsolos auf sich aufmerksam zu machen. Sting selbst lehnt sich dabei gerne lässig an eine Musikbox, trinkt einen Schluck Wasser und scheint den Moment ebenso wie die Zuschauer zu genießen. "Wir wissen, dass Sting die Akustik im Sparkassenpark mag", sagt Geschäftsführer Michael Hilgers. Festival-Veranstalter Mark Lieberberg, der sich ebenfalls unter das Publikum gemischt hat, bestätigt das. "Die Akustik ist toll, Künstler schätzen sowas", sagt er.

So pünktlich wie Sting das Konzert startete, so abrupt endete es auch. Nach einer kurzen Pause spielte er drei Zugaben, darunter Desert Rose. Während kurz nach 22 Uhr von der Bühne tritt, bedankt sich Sting, ruft laut Dankeschön. Heute muss er im französischen Vienne wieder ganz Gentleman sein.

Quelle: RP
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