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Mönchengladbach
Zwerge aus Österreich kamen, um zu spielen - und stürmten

Mönchengladbach. Als gut 30 Zwerge ihren außerplanmäßigen Angriff auf das Rathaus unternahmen, mussten die "Black and Whites", die Frauen der Rheydter Prinzengarde, staunend zusehen. Die Zwerge pfuschten sich einfach dazwischen, mit ihnen hatte niemand gerechnet. Und sie hatten einen Riesenspaß dabei, mit den Frauen gemeinsam das Rathaus zu stürmen. Woher die Zwerge kamen, wusste kaum jemand. Sie sind 850 Kilometer aus dem Salzburger Land angereist, um den Karneval im Rheinland zu erleben. "Das ist witzig und wahnsinnig interessant, so ein Rathaussturm", sagt Manfred Rettensteiner mit breitem Salzburger Akzent.

Die Zwerge können aber noch viel mehr, als einen wohlgeordneten Rathaussturm ins Chaos zu stürzen und dabei witzig zu sein. Eigentlich sind sie als Musikkapelle in Mönchengladbach. Sie sind die Bürgermusik Kapelle St. Johann im Pongau, sie sind auf traditionelle Blasmusik, auf Märsche und Polkas spezialisiert. Für ihren Trip an den Niederrhein hat Kappellmeister Michael Gauger aber Gassenhauer und Karnevalsschlager einstudieren lassen. "Alles, was Stimmung und Party macht", verspricht Gauger. Und eigentlich sollten die gestern beim Rosenmontagszug die Düsseldorfer in Wallung bringen. "Schade, dass unser erster Zug ausgefallen ist", sagte Obmann Richard Resch, dessen Frau aus Rheydt kommt und der Ehrensenator der Rheydter Gesellschaft Blau-Weiß Eisenbahner ist. Er organisierte das freitätige Karnevals-Gastspiel seiner Kapelle im Rheinland. Dafür tobten sich die als Zwerge verkleideten Musikanten eben in Rheydt aus - und werden das auch heute noch beim Veilchendienstagszug tun. "Das sind einfach lustige, karnevalsverseuchte Leute hier oben", sagt Resch. Wie seine Musikanten auch.

(angr)
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