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Moers
Freifunk: WLAN in der ganzen Innenstadt

Moers: Freifunk: WLAN in der ganzen Innenstadt
Sie ziehen für das kostenlose Netz an einem Strang: (v.l.) Marvin Schulte, David Krystof, Alexander Schoog, Konstantin Schneider, Michael Birr und Guido Lohmann. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Mit dem 130. Router ist ein weiterer Knotenpunkt für den kostenlosen Internetzugang in der Stadt installiert worden. Michael Birr hofft, dass das Internet die Stadt attraktiver für Besucher und Kunden macht. Von Peter Gottschlich

Eine Lücke im drahtlosen Flächennetzwerk ist seit gestern geschlossen: Im Feinkostgeschäft Schneiderei an der Pfefferstraße installierten drei Mitglieder des Vereins Freifunk Rheinland den 130. Router für freies WLAN in der Innenstadt. "Das war ein Lückenschluss im Altstadtdreieck", sagt Michael Birr, Geschäftsführer von Moers Marketing. "Jetzt gibt es kostenloses WLAN flächendeckend in der gesamten Innenstadt."

An einem Knotenpunkt und 40 Meter um diesen herum können Benutzer von Mobiltelefonen oder Tabletts kostenlos ins Internet gehen. "Wir haben viele Gäste aus Holland, vor allem am Freitag und am Samstag", sagt Konstantin Schneider, Inhaber von Feinkost Schneiderei. "Sie können jetzt kostenlos Information aus dem Internet abrufen. Bislang hatten sie hohe Roaming-Gebühren zu zahlen, weil sie in einem ausländischen Netz surften."

Auch für die deutschen Gäste ist das Surfen kostenlos. "Ich gehe mittags nicht irgendwo hin, wo ich keine Emails abrufen kann", berichtet Guido Lohmann. Der Vorstand der Volksbank Niederrhein fand die Idee sofort faszinierend, die Moerser Innenstadt mit einem kostenlosen drahtlosen Netzwerk zu überziehen, als er von dem entsprechenden Ratsbeschluss vom 13. Mai hörte.

"Bürgerengagement kann doch einiges bewegen", sagt der 51-jährige Moerser. "Es ist Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort." Deshalb stiftet die Volksbank die Router, die die Größe eines Taschenbuches haben und 50 Euro je Stück kosten. Marvin Schulte und Alexander Schoog, die beiden Moerser Mitglieder des Vereins Freifunk Rheinland, installieren ehrenamtlich diese Boxen, teilweise unterstützt vom Freifunk-Vorstandsmitglied David Krystof aus Goch. "Für die Einzelhändler ist es kostenlos", erläutert Alexander Schoog. "Ihr Internet kann einen Tick langsamer werden, weil die Knotenpunkte darüber laufen."

Den Kontakt zu den Einzelhändlern stellt Michael Birr her. "Alles ging rasend schnell", blickt der Moers-Marketing-Geschäftsführer auf die drei Monate, in denen das drahtlose Netz die Innenstadt überzog.

David Krystof sieht vier Ursachen für das schnelle Wachstum. "Der Verein Freifunk Rheinland ist Provider", sagt der 20-jährige Student. "Damit sind die Einzelhändler von der Haftung befreit, zum Beispiel wenn ein Nutzer einen Film oder ein Musikstück herunter lädt, das nicht erlaubt ist." Zum zweiten hätten sich Nutzer nur einmal ins Netz einzuloggen, selbst wenn sie in der Innenstadt unterwegs seien und damit die Knotenpunkte wechselten. Zum dritten sei das drahtlose Netzwerk werbefrei. "In Düsseldorf gibt es auch ein kostenloses WLAN in der Innenstadt", berichtet David Krystof. "Aber dort gibt es Werbung." Zudem hätten alle Beteiligten an einem Strang gezogen. "Die Akzeptanz ist groß", sagt das Freifunk-Vorstandsmitglied. "Das ist in anderen Städten nicht selbstverständlich."

Michael Birr erhofft sich durch das drahtlose Netzwerk Impulse für die Innenstadt: "Im klassischen Einzelhandel ist durch den Internethandel eine Revolution im Gange. Durch kostenloses WLAN ist eine Innenstadt attraktiver. Zum Beispiel ist ein virtueller Stadtrundgang möglich, nach dem die Besucher die Orte dann auch wirklich aufsuchen können."

Quelle: RP
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