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Moers
Glocken erinnern an die SS-Morde in Italien

Moers. In einem zweitägigen Programm erinnert der SCI Moers an das Nazi-Massaker in Sant' Anna di Stazzema von 1944. Von Julia Schüßler

"Dort sehen sie harte Kerle mit den Tränen kämpfen", beschreibt Ratsherr Atilla Cikoglu die Begegnungen von Jugendlichen mit Zeitzeugen in dem Bergdorf Sant' Anna di Stazzema in der Toskana. Seit mittlerweile zehn Jahren leistet der SCI Moers Erinnerungsarbeit für Jugendliche und pflegt die Gedenkstätte. Anlässlich des Jahrestages besucht eine Delegation aus Stazzema vom 17. bis 19. November die Stadt. Ein zweitägiges Programm ist geplant.

Am 12. August 1944 erschoss die SS insgesamt 560 Alte, Frauen und Kinder, als sie um 6.04 Uhr in das Bergdorf einfielen. "Es ist sehr wichtig, die Jugend zusammenzuführen, damit so etwas nicht noch einmal geschieht", sagt Atilla Cikoglu. "Jugendliche öffnen sich so weiter für geschichtliche und politische Ereignisse. Sie werden dadurch vor Stammtischparolen geschützt", fügt Frank Liebert, Geschäftsführer des SCI hinzu. Denn nach Ratsmitglied Astrid Schulze könne ein solches Ereignis jeder Zeit wieder passieren: "Überall wächst sanftes Grün in dieser Richtung."

Zum zehnjährigen Bestehen der Städtefreundschaft sollen in zwei Tagen Naziverbrechen diskutiert und gemahnt werden. Am 18. November um 16.30 Uhr beginnt das Programm im Kammermusiksaal der Musikschule Martinstift. Um 17 Uhr berichtet ein Zeitzeuge über seine Erlebnisse. Um 20 Uhr endet der Tag mit der musikalischen Premiere von "Einen großen Nazi hat sie...". Am 19. November folgt um 10 Uhr in der Barbaraschule eine Würdigung der Städtefreundschaft durch den Bürgermeister.

Das Programm endet um 17 Uhr mit einem gemeinsamen Glockengeläut. Dabei werden zeitgleich die Glocken der evangelischen und katholischen Kirche in der Stadtmitte und in der Kirche von Sant' Anna läuten.

Quelle: RP
 
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