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Moers
Kurse für Flüchtlinge: Said hat mit der VHS Deutsch gelernt

Moers. Manchmal kommt sich Said Ahmed wie ein Hauptdarsteller in einem Film vor - einem schlechten Film, der ganz überraschend eine positive Wendung nimmt. Happy End nicht ausgeschlossen. Nach fast einjähriger Flucht aus dem Bürgerkriegsland Somalia kam der damals 18-Jährige im September 2014 als Asylsuchender nach Moers. Deutschkenntnisse: Fehlanzeige. Nicht einmal ein Jahr später beginnt er eine Ausbildung beim Bildungszentrum des deutschen Handwerks in Duisburg. Said Ahmed, der in seiner Heimat den äußerst gefährlichen Beruf eines Journalisten ausgeübt hatte, wird nun Anlagenmechaniker für Heizung, Sanitär und Klima.

"Das ist sehr spannend. Ich werde es schaffen", ist sich der junge Mann sicher. Dabei bedient er sich einer deutschen Tugend: "Ohne Fleiß kein Preis", sagt er lachend. Dass er überhaupt so weit kommen konnte, hat er seinem Ehrgeiz, Talent und auch der Volkshochschule (VHS) Moers - Kamp-Lintfort zu verdanken.

Kaum in Moers, belegte er einen Sprachkurs - finanziert aus den kargen Mitteln, die er als Asylbewerber erhält. "Dort fiel auf, dass er sehr schnell lernt. Deshalb haben wir ihn zur Förderung vorgeschlagen", berichtet VHS-Leiterin Beate Schieren-Ohl. Gefördert wurde ein Integrationskurs aus Spendenmitteln, die VHS und Förderverein akquirierten. Von Januar bis Juni lernte er viermal in der Woche Deutsch. Das war der Türöffner. Jetzt hat er einen ganz normalen "deutschen Arbeitstag" von 7 bis 17 Uhr - die Erfüllung für Said. Vormittags Praxis, nachmittags Theorie. Die erste Prüfung hat er gleich mit der Note 2 bestanden. Und wenn's doch mal sprachlich hapert, hat er ja noch seine deutschen Freunde. "Sie helfen mir, wenn ich mal etwas nicht verstehe. Die deutsche Sprache lerne ich dabei auch immer besser." Ohne weitere Kurse will Said Ahmed nebenher die Abschlussprüfung "Deutsch-Test für Zuwanderer" absolvieren.

Wie kann man das alles in so kurzer Zeit schaffen? "Viel üben, viel lernen, gut konzentrieren", lautet sein Erfolgsrezept. Und er hat noch einen Rat an alle Flüchtlinge, die gerne weiterkommen möchten. "Aufwachen und etwas machen, zur Schule gehen zum Beispiel. Wenn man nichts macht, wird das zu einem großen Problem." Er selbst arbeitet hart für eine gute Zukunft in seiner neuen Heimat. "Ich würde gerne einen deutschen Pass haben. Mein Herz schlägt für Deutschland." Den ersten Schritt für ein besseres Leben hat er also getan, und er weiß, dass er es ohne Unterstützung nicht geschafft hätte. "Danke an die VHS und meine Lehrerin Frau Gorlov. Ohne sie hätte ich das nicht geschafft."

Die VHS möchte noch mehr Flüchtlinge fördern und Sprachkurse finanzieren. Dafür werden noch dringend Spenden benötigt: Förderverein der Volkshochschule Moers - Kamp-Lintfort e. V., Sparkasse am Niederrhein, IBAN DE 67 354 500 001 201 355 698, BIC: WELADED1MOR. Infos zu den Kursen: ulrich.steuten@moers.de , Telefon: 02841 201-559.

Quelle: RP
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