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Rheurdt
Sportabzeichen für 30 Flüchtlinge

Rheurdt: Sportabzeichen für 30 Flüchtlinge
Spaß und Gemeinschaftserlebnis standen auch bei Biswas Dilip Kanti aus Bangladesch, hier am Schleuderball, im Vordergrund. FOTO: Klaus Dieker
Rheurdt. Rheurdter Sportvereine haben einen schönen Beitrag zur Integration geleistet. Von Ulrike Rauhut

Wie an jedem zweiten Wochenende im September hatten die Rheurdter wieder die Möglichkeit, am Sportabzeichen-Wettbewerb teilzunehmen. Anders als sonst stand die Veranstaltung diesmal ganz im Zeichen der Integration der in Rheurdt untergebrachten Flüchtlinge. Am Samstag und Sonntag waren insgesamt 50 Rheurdter Bürger und 30 Asylsuchende mit von der Partie. Der jüngste Teilnehmer war sechs, der älteste 70 Jahre alt. Alle gaben auf dem Sportplatz an der Turmwindmühle sowie im Hallenbad ihr Bestes beim Laufen, Springen, Werfen und Schwimmen.

Jörg Lademann vom Team der freiwilligen Flüchtlingshilfe hatte im Vorfeld versucht, so viele Flüchtlinge wie möglich zum Mitmachen zu motivieren. Neben den bereits im Fußballverein Aktiven konnten durch Weitersagen und Übersetzen weitere Teilnehmer gewonnen werden.

Bei gemeinsamen sportlichen Aktivitäten traten die Sprachbarrieren und Alltagssorgen einmal in den Hintergrund. Der Spaß und das Gemeinschaftserlebnis waren das Wichtigste. Das bestätigte auch einer der Teilnehmer, der 49-jährige Dilip Kanti Biswas aus Bangladesh. Auf die hervorragenden Ergebnisse in vier Wettbewerben kann er mit Recht stolz sein.

Als es am Samstagnachmittag anfing zu regnen, zogen alle gemeinsam in die Schwimmhalle. Dass viele der Rheurdter Gäste aus insgesamt 90 Nationen noch nie in einem Hallenbad waren und nicht die geübtesten Schwimmer, war dabei zweitrangig. Man feuerte sich gegenseitig an und es war eine große Hilfsbereitschaft spürbar.

Für den anschließenden Imbiss im Vereinsheim hatte Günter Schlüpen, der Vorsitzende des Gemeindesportbundes, noch in aller Eile Geflügelwürstchen organisiert. Auch hatte er allen Flüchtlingen nagelneue T-Shirts besorgt, die sicherlich nicht nur beim Sport getragen werden können. "Ich kam günstig an einen Restposten von Poloshirts einer amerikanischen Jeans-Nobelmarke und habe natürlich zugeschlagen", berichtete Schlüpen nicht ohne Stolz. "Die Siegerehrung für alle erfolgreichen Teilnehmer des Wettbewerbs wird im Januar im Ratssaal stattfinden", erklärte Schlüpen. Für dieses Mal aber war es insbesondere ein Gewinn für eine gelebte Willkommenskultur in der Gemeinde Rheurdt.

Quelle: RP
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